Dienstag, 25. April 2017

Tiger Army & The Sewer Rats, Batschkapp Frankfurt, 22.03.2017


Zu diesem Spontanausflug ließ ich mich von Axl gerne überreden, hatte ich den Termin doch komplett verschwitzt. Dass er auch noch den Fahrdienst übernahm war natürlich super. An der Batsche angekommen fand sich nur ein bedauernswert kleiner Haufen ein, um den Bands zu lauschen. Besonders bei den Kölnern The Sewer Rats war nahezu tote Hose. Dabei haben die Jungs dennoch gut gerockt, manchmal zwar etwas catchy, dann aber doch wieder deftig. Uns hat es trotz der Umstände auf jeden Fall gut gefallen.

Pünktlich zu Beginn der Hauptband füllte sich die Halle zumindest etwas mehr, Bewegungsfreiheit war aber weiterhin mehr als gegeben.
Ich war ja am meisten gespannt, ob Sänger Nick 13 (der heute wie die anderen Bandmitglieder auch wie ein irrer Südstaatler aussah) live genauso geil darbieten kann wie auf Platte, und er kann. Diese Stimme ist einfach unverwechselbar.
Das Set bestand aus einer bunten Mischung Lieder der letzten 21 Jahre, bis hin zum letzten Album V, was mich vorab nicht wirklich umgehauen hat. Mal schnell und mal schnulzig, aber immer mit astreinem Klang. Ich denk der Auftritt kam bei allen Anwesenden gut an und ich würde den Musikanten wünschen, dass ein nächster Auftritt in Mainhattan etwas besser besucht wird.

New Model Army, Colos-Saal Aschaffenburg, 17.03.2017


Durch die starke Konkurrenz am selben Abend in der Region fand sich leider kein Mitstreiter, um dem Konzert beizuwohnen. Macht mir ja bekanntlich aber nichts aus, weil man sich so viel besser der Musik widmen kann.

Die Anreise flott abgewickelt, konnte ich das Kfz direkt vorm Colos-Saal parken, was mich vermuten ließ, dass die Veranstaltung ähnlich schlecht besucht sein würde, wie vor wenigen Monaten in Frankfurt (laut Erzählungen). Dem war dann aber mitnichten so. Es waren nur schon die meisten Zuschauer vor Ort, weil es pünktlich begann.

Die Vorband kam aus der Region und spielte ansprechenden (Hard)rock. Sie konnten aber zumindest bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass ich nicht mal mehr den Namen parat habe.

Der Saal war nach dem Umbau so gerammelt voll, dass nun wirklich nicht ein Gast mehr hinein gepasst hätte. Das war der Stimmung durchaus zuträglich.
Erfreulicherweise wurde recht viele Lieder des aktuellen Albums Winter aufgeführt, was ich für das stärkste der Kapelle halte. Damit scheine ich nicht alleine zu sein, denn die Stimmung war einfach sensationell gut. Hier war so viel Bewegung im Spiel, die Lufttemperatur glich einem Brutofen und Publikum und Band hatten zusehends ihren Spaß.
Ein Konzert, das ich eigentlich nur unter „Muss man mal gesehen haben“ verbuchen wollte, entpuppte sich so zu einer so großen Überraschung. Ich freue mich jetzt schon, wenn die Herren um Justin Sullivan das nächste Mal den Weg aufs Festland finden.

Montag, 10. April 2017

Punk & Disorderly, Astra Kulturhaus Berlin, 7.-9. April 2017

+++ Festivaltelegramm +++

Freitag:

The Angry Agenda
Einer der besten Shouter im Metier. Absoluter Bootboy-Knaller, fett in der Merkliste ankrOi!zen.

Boy
Uniformierte Brünner, offensichtlich große Turbonegro-Fans. Gefesselt hat es mich nicht.

Argy Bargy
Solide wie eh und je, mit Mitgröhlgarantie.

Cockney Rejects
Ein blendend aufgelegter Stinky boxt alle Zweifler mit einem einstündigen Hitgewitter weg. Derbe Abrissparty.

Samstag:

Komintern Sect
Das französische Oi-Urgestein rockte die Hütte anständig. Das macht Laune.

Discharge
Krawall und Krach. Einfach nicht meine Wellenlänge.

Sham 69
Jimmy Pursey ist zurück in der Band, legt ein fetziges und fertiges Tänzchen aufs Parkett und bringt den Saal zum Kochen. Meine persönliche Entschädigung für den Ausfall beim meinem ersten P&D.

Sonntag:

Crown Court
Zeitreise in die achtziger, stumpf und deftig.

Arch Rivals
Streetpunk-Rock 'n Roll wie er sein muss. Ein Genuss und die Vorfreude wert.

Legion 76
Mit den Amis werde ich nicht warm.

Conflict
Sensationelle Show, das Niveau steigt rapide. Die Menge feiert.

The Outcasts
40 Jahre Punk 'n Roll - aus Zeiten, wo es noch gar keinen Punk 'n Roll gab.

Buzzcocks
Jetzt weiß ich wieder warum meine Buzzcocks-Platten im Schrank verstauben. Unerträgliches Gejaule.

Dienstag, 4. April 2017

Persistence Tour – Suicidal Tendencies, Agnostic Front, Municipal Waste, Walls Of Jericho, Down To Nothing, Burn, Mizery, Schlachthof Wiesbaden, 24.01.2017


Nachdem ich Mizery noch verpasst hatte, konnte ich bei Burn den bisher nur mäßig gefüllten Schlachthof betreten. War aber auch kein Wunder bei einer Veranstaltung unter der Woche mit Beginn 18 Uhr. Die Band mühte sich auf der Bühne redlich ab, das Publikum für sich zu gewinnen, aber der Funke sprang nicht wirklich über. Das lag sicher auch an dem unglaublich schlechten, breiigen Sound. Zum Glück sollte sich das im Verlauf des Abends zumindest teilweise bessern, eine Werbung für den Veranstaltungsort war das aber definitiv nicht.
Nun ja, Burn habe ich also größtenteils nicht beachtet und einen ersten Blick auf die Merch-Stände geworfen. Dazwischen waren noch einige Spendensammler am Start, wofür alles hat sich mir aber nicht erschlossen.

Im Anschluss betraten Down To Nothing die Bühne, an die ich mich aber nicht wirklich bleibend erinnern kann.

Nun begannen also die vier Headliner für mich.

Den Anfang machten Walls Of Jericho, die ein Bühnenfeuerwerk zündeten und plötzlich passte auch die Akustik. Die Sängerin Candace, inzwischen wohl auch eine recht bekannte Kraft-/Fitnesssportlerin, bearbeitete die Bühne exzellent und die stark angewachsene Crowd wusste es mit dem ein oder anderen Kreiseltanz zu würdigen. Da ging eine halbe Stunde dermaßen gut die Post ab, dass selbst meiner einer sich seiner Winterkleidung entledigen musste. Natürlich nur, weil die Raumtemperatur es geboten hat.

Nach einer erneut angenehm kurzen Umbaupause traten dann die Trash Metaller von Municipal Waste in Erscheinung und hämmerten ihr Set gnadenlos runter. Wer es etwas platter mag, macht hier Freunde und der Pit moshte gehörig.

Mit Agnostic Front kam dann der eigentliche Hauptgrund meines Besuchs zum Zug. Gefühlt habe ich die Band seit dem Hessentag in Idstein vor fast 15 Jahren nicht mehr gesehen, und da ich die letzten Alben überraschend gut fand, war es nun mal wieder an der Zeit.
Auf der Bühne dann Stigmas immer noch vertrautes Gepose und
das Gebelle von Roger Miret. Soundtechnisch ging es leider wieder schwer bergab, die meisten Songs konnte man aber zumindest einigermaßen erkennen. Auf der Tanzfläche war spätestens jetzt die Stimmung explodiert und den gesamten Auftritt hinüber eifrig getanzt.

Die Zeitreise fand dann mit den Suicidal Tendencies den krönenden Abschluss. Wie lange ich diese Band durch Axl schon kenne, und doch nie live gesehen habe. Mit einem unglaublich charismatischen Cyko Miko am Mikrophon, der live zwar gänzlich anders klang auf Platte, aber mit seinen Mitte 50 dermaßen auf der Bühne abging, enterten die Jungs die Bühne. Anschließend gab es eine einstündige Sause, bei der immer wieder die Bühne vom Publikum bevölkert wurde.

Ein würdiger Abschluss für eine sehr gelungene, top organisierte Veranstaltung. Wie die alten Säcke hier heute abgingen, hat mich schwer beeindruckt.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Trabireiter, Bierpatrioten & SpringtOifel, Stadtgarten Erfurt, 30.12.2017

Dass sich hier Thüringens Elite einfinden würde, war ja schon vorher abzusehen. Da es sich aber nicht bis zu Axl, Sabine und mir herumgesprochen hatte, dass Trabireiter wieder am Start sind (im Westen nichts neues, haha) und regelmäßiger auftreten, konnten wir uns dieses illustre Treffen zwischen den Jahren nicht entgehen lassen.

Die Tickets hatte Axl schon vor längerer Zeit besorgt und mit Sabine mal fix entschieden, dass der Aufenthalt mit einer Übernachtung geplant wird, was mir für die Silvesterplanung eher weniger zu pass kam, hatten sich doch einige trinkfreudige Gesellen für den Jahreswechsel angekündigt. Whatever, sie wollten ihre Studienkollegen Steffen und Astrid eben einfach mal besuchen und ich konnte mich nach einem Spaziergang durch die Innenstadt folglich ungehemmt dem Biergenuss hingeben.

Nachdem wir per Shuttle am Veranstaltungsort ankamen, war nicht zu ahnen, dass drinnen schon die Musi spielt, was für uns bei SpringtOifel jetzt auch nicht ganz so schlimm war. Mit etwas Verspätung schauten wir uns die Darbietung der Kulturhessen an und verstanden die Band auch heute nicht. Egal. Danach betraten die Bierpatrioten die Bühne. Die Berliner Band gibt es schon 100 Jahre und während mich die Tonaufzeichnungen immer etwas abgeschreckt haben, waren die Herren live durchaus recht eingänglich. Mit der nötigen Ironie ("früher war stumpf eben Trumpf") und klarer Kante gegen Faschos jeglicher Coleur war es doch nett.

Der Hauptact betrat nach kurzem Umbau die Bühne und die Stimmung im Saal wurde noch einmal wesentlich besser. Das einheimische Publikum war auch bei den neuen Stücken textsicher und so war das Mitsingen bei den Oi!-Rockern gesichert. Ich kannte von dem Set viel zu wenig, da ziemlich viele Lieder der letzten beiden, mir unbekannten, Platten gespielt wurden, aber zwischendrin gab es ja doch die ein oder andere Darbietung alter Hits, bei denen man astrein mitgröhlen konnte.

Da es draußen knackige Minusgrade hatte, war der Abend anschließend schnell vorbei und so sägte ich die Anwesenden früher als geplant in den Schlaf.

Montag, 26. Dezember 2016

The Cure, Beginner u.a.


Der Konzertwinter hat begonnen. Und um den sich anbahnenden Depressionen ein Schnippchen zu schlagen, empfiehlt sich der Besuch der ein oder anderen Veranstaltung beizuwohnen. Also, ran ans Sparschwein und ab ins Getümmel.



The Cure, Festhalle Frankfurt, 7. November 2016
Als der Termin bekannt gegeben wurde, war ich gleich Feuer und Flamme. Handelt es sich bei The Cure doch um eine der wenigen Bands, die auf meiner Strichliste noch fehlten. Nach Monaten war der Termin dann schon fast vergessen, Onkel Olaf wusste aber mich rechtzeitig daran zu erinnern. Es war ein kurzer Schock am Telefon, als er mich fragte, wie das Konzert war, ein Blick in den Kalender ließ mich aber wieder entspannen. Dafür empfahl er mir die Vorband namens The Twilight Sad. Und dieser Empfehlung kann ich mich nur anschließen. Der Sänger hatte offensichtlich mit Morrissey ein festes Idol und seinen Stil nahezu perfekt adaptiert. Die musikalische Untermalung dieses Gejaules war ebenso passend, eine runde Sache also.
Inzwischen war auch Axl am Bierstand eingetroffen und flugs war die unerträgliche lange Umbaupause verbabbelt, als sich auch noch Maddin a.k.a. MKK zum Small Talk einfand.
Dann aber…der erste Teil des Sets war noch bunt gemischt mit für mich vielen Lieder, die ich nicht kannte. Aber alles ward in einem glasklaren Sound dargeboten, wie man ihn aus der Festhalle zuvor kaum kannte. Müßig zu erwähnen, dass sämtliche Schlager gespielt wurden. Welchen Spaß die Band um Robert Smith dabei hat, war schön zu sehen. Und so legten sie sich auch zweieinhalb Stunden ins Zeug, um auch jeden Anwesenden für sich zu gewinnen. Es gelang.



Beginner, Stadthalle Offenbach, 14. November 2016
Das zweite Hip Hop-Konzert
  meines Lebens also. Dabei war es garnicht so leicht an eine Karte zu kommen, weil diese doch schnell nach Verkaufsstart schon vergriffen waren. Letztlich haben mich aber die Verlegung vom Capitol in die Stadthalle, mit Wiesbaden ein weiteres Konzert in der Region und besonders Zeljko beglückt, der mir sein Ticket zum Normalpreis vertickte.
Nach kurzer Schatzsuche auf dem Weg parkte ich mein PKW kurz vor Beginn 300m vom Eingang entfernt und genoss noch ein schnelles Getränk in der angenehm gut geheizten Tanke. Nun aber los…
Vorgruppe bildete/n Megaloh aus Berlin, der mit Loser gleich mal mit einer Hommage an die Arbeiterklasse startete. Kam gut an, genau wie der Rest des Sets. Dass es sich bei ihm um einen Toplinewriter für EMI handelt, der dieses Jahr auf Platz 2 der Verkaufscharts einstieg, habe ich erst hinterher erfahren. Aber nice, aber nice.
Nach kurzer Pause kamen dann die Beginner auf die Bühne und starteten eine zweistündige Party inklusive Gastauftritten von Advanced Chemistry - ohne Coolness-, Freshness-, Wasweißichness-Gelaber, dafür mit mächtig Humor im Gepäck. Schon der Start war hammerhart, das „versehentliche“ Frankfurt-Gefeiere lustig und so verging die Zeit wie im Flug. Immer wieder gerne.


Böhse Onkelz, 22. November 2016
Die erste Vorband hatte ich mir schon bei Deezer angehört und für nicht höhrenswert eingestuft. Gitarrengedudel, einfach nix für mich. Danach Beasto Blanco, die es mit der Selbsthuldigung auch gerne etwas übertreiben, musikalisch aber eigentlich ganz geil waren. Deftiger Hardrock, der das musikalisch monotheistische Publikum aber leider nicht vom Hocker haute.Nach dem Umbau dann eine Werkschau der letzten 35 Jahre Bandgeschichte mit vielen Liedern vom neuen Album (gähn) und viel zu wenig Altem. Ja, man kann immer meckern. Mich hat es nicht gerade geflasht.

Freitag, 18. November 2016

Kann`s nicht lassen


Es ist doch eine feine Sache, zumindest für sich nochmal die außergewöhnlichen Tage zwischen dem Alltagstrott revue passieren zu lassen. Also rein ins (Kurz-)Abenteuer:


SK Slovan Bratislava – Dunajská Streda 3:2 (2:2), Stadion Pasienky, 1469 Zuschauer, 6. August 2016

Am Morgen fuhr ich flugs nach Bratislava, um auf dem eigentlich schön gelegenen, aber hoffnungslos verwahrlosten und zum Hochsicherheitstrakt hochgerüsteten Campingplatz im Osten der Stadt mein neues Einpersonenzelt einzuweihen. Ein kurzer Besuch am Strand des angrenzendes Sees (in dem beim Landeanflug auf den Flughafen übrigens mal ein Flugzeug notwasserte) und der neben dem Stadion gelegenen Mall und schon ging es in das schön alte Stadion.

Nach der obligatorischen Kolbasa in dem vielleicht architektonisch schönsten Stadionimbiss meiner Fußballspielbesucherkarriere habe ich noch kurz mit den reichlich vertretenen deutschen Groundhoppern geschwatzt und einige Fotos gemacht.




Nach der Blamage gegen den lettischen Erstrundenvertreter FK Jelgava in der Europa League boykottierte der heimische Anhang das Spiel seiner Mannschaft. Irgendwie habe ich wohl ein Händchen dafür, immer genau solche Spiele zu erwischen. So fand sich bei herrlichstem Sommerwetter ein bedauernswert kleiner Haufen Zuschauer im Stadion ein, um sich den Kick anzuschauen. Der Gästeblock war dafür - für mich überraschend - gut gefüllt und 90 Minuten in Bewegung. Offensichtlich verstehen sich die Gäste als Einwohner Großungarns, anders sind die ungarischen Gesänge, Fahnen etc. wohl nicht zu erklären.
In der Halbzeit fand ich dann heraus, dass sich hinter dem Heimblock ein weiterer Bierstand befindet, der von den Boykottierern gut frequentiert wurde. Ich wollte nicht auffallen und tat es Ihnen also gleich. Die genauere Betrachtung der zur Schau gestellten Kleidungsstücke (rassenrein) ließ mich dann aber doch schnell wieder im Block verschwinden, um den recht ansehnlichen Kick anzuschauen.



FK Austria – SK Rapid Wien 1:4 (0:1), Ernst-Happel-Stadion, 15270 Zuschauer, 7. August 2016

Die Dusche war in diesem Ambiente (nennen wir es Baracke neben einem verlassenen Restaurant und einem leerstehenden Hotel) schnell erledigt und schon ging es die paar Kilometer zurück nach Wien. Dort war glücklicherweise noch ein Plätzchen auf dem Campingplatz Ost frei. Ich baute am Rand der Zeltwiese unter einem prächtigen Baum auf, was sich als Volltreffer erwies. Ein halbes Pfund Nudeln und zwei Halbe später brach ich per pedes in Richtung Stadion auf, nicht ohne unterwegs noch den ein oder anderen Schatz zu suchen.

Plötzlich war es auch schon kurz vor Spielbeginn und die Schlangen am Eingang ließen mich zweifeln, rechtzeitig zum Intro im Block zu sein. Das war dann glücklicherweise kein Problem und so ließ ich mich 90 Minuten bei 35°C auf meinem sonnigen Platz durchbraten.
Auf den Rängen enttäuschend wenige Zuschauer, dafür aber ansprechende Stimmung. Die Rapidler waren wohl nicht nur wegen des Spielverlaufs lauter als die Heimkurve, die ihrerseits eine schöne Choreo präsentierte. Zwischendrin auf der grün-weißen Ecke immer wieder Böllerschläge, Bengalos und Rauch. Meines Wissens haben alle Anwesenden überlebt. Nach den Toren konnte man die auch zahlenmäßige Überlegenheit der Rapidler auf den bunt gemischten Tribünen nicht überhören und -sehen. So eine Fan“trennung“ wäre bei uns unmöglich, vielleicht liegt´s an der neuen Situation im Nationalstadion spielen zu müssen.


Nach dem Spiel kam dann noch Unruhe auf, als vermummte Hütteldorfer dem Heimbereich von oben enterten und sich wagemutig einer xfach größeren Menge erlebnisorientierter junger Männer entgegenstellte. Die Polizei war schnell vor Ort, um diese wieder rauszuprügeln und anschließend vorm Stadion gefesselt und am Boden liegend als Trophäen der Allgemeinheit zu präsentieren. Nicht nachmachen!
Zurück auf dem Campingplatz traf ich dann auf zwei lustige Drei, bestehend aus einem Schweden mit seiner chinesischen Frau und einem zwielichtigen Augsburger Autolackierer, der sich während seines schon länger andauernden Österreichurlaub den Schmäh schon gut angewöhnt hatte und sich deshalb einen reingoss, weil er mit seiner Familie, die währenddessen im Wohnmobil nächtigte, keine Zeit mehr verbringen wollte. Diese sehr amüsante, viersprachige Runde löste sich erst auf, als der Kiosk endlich mal schließen wollte.
Nach dem Absturz ist vor der Erholung und so fuhr ich nun erstmal nach Hegykö zu meinem geliebten Thermalcampingplatz, um 2 Nächte mal richtig schön abzumatten.
Danach kam mir in einem brutalen Regenguss auf der burgenländischen Autobahn die Idee, doch noch einen Zwischenstop auf dem Weg nach Hause einzulegen. Dieser war mit Passau schnell ausgesucht, wollte ich die Dreiflüssestadt doch schon immer mal anschauen. Auf das unglaublich günstige und trashige Rotel Inn und den Regenguss auf dem Rückweg vom Braustüberl Hacklberg hätte ich im Nachhinein gern verzichtet. Man wird anspruchsvoller im Alter. Da da ziehe ich inzwischen mein Minizelt vor.





SSV Jahn Regensburg – Hallescher FC 2:0 (1:0), Arena, 6823 Zuschauer, 10. August 2016

Die Anreise nach Regensburg betrug nur etwa 100km und so war ich reichlich früh vor Ort, um dem Kreuzberg Papst Benedikts einen Besuch abzustatten. Von dort ab zur Tageskasse, die aufgrund des guten Saisonstarts hoffnungslos überfordert war. Wenige Minuten nach Spielbeginn war ich dann im Block, um das muntere Spiel anzuschauen. Die Stimmung war auf beiden Seiten gut und so ging ein netter Kurzausflug im Namen König Fußballs zu Ende.




Wochen später


FC Twente Enschede – Vitesse Arnhem 2:1 (1:0), De Veste, 22900 Zuschauer, 25. September 2016

Endlich wieder Urlaub. Da war der kleine Umweg in die Niederlande ein gern mitgenommener Bonus. Das Stadion liegt am Arsch der Welt und es stinkt tierisch aus der benachbarten Kläranlage. Für diese Umstände fand sich eine beachtenswerte Menschenmenge ein.
Die Clubcard hatte ich mir schon Wochen vorher im Internet zuschicken lassen, der Kartenkauf war mangels meinen Holländischkenntnisse dann eine ungeplant teure Angelegenheit, was ich mir aber alleine dadurch schön reden konnte, während des Spiels einfach einen Platz nahe der Mittellinie eingenommen zu haben.
Nach recht gutem Start ließ der Gästeblock im Spielverlauf immer mehr nach, um schließlich – bis zum Anschlusstreffer in der Nachspielzeit – vollends zu verstummen. Die Heimkurve, ihres Zeichens als die Lauteste in Königinnenreich bekannt, präsentierte sich da viel sangeswilliger, dem Spielverlauf sei´s gedankt.

Montag, 28. März 2016

SchnellABRISS

+++ Vorstadtrebellen, Dreikönigskeller Frankfurt, 11.10.2015 +++
Nach hundert Jahren tun sich die Heroen des Taunuspunkrock noch einmal zusammen, um das zahlreich erschiene Publikum zu beglücken. Hat funktioniert und der Laden ist tatsächlich aus allen Nähten geplatzt. Dass alle Beteiligten trotz nur einer Probe vorher Spaß hatten, war zu sehen.
Außerdem eine nette Gelegenheit Leute wiederzusehen, die man viel zu selten sieht. Und eben auch jene, bei denen man sich darüber wohl zu früh gefreut hat.
Bennis Bruder legte eine Besoffskiperformance auf der Bühne hin, die jeden Gammelpunk neidisch macht und Clyde (wie komme ich jetzt darauf) ist leider nicht eingeladen.



+++ Karben Open Air, Kulturscheune, 13.02.2016 +++
Da die Eintracht das Abendspiel bestritt, waren Sabine, Axl und meiner Wenigkeit nur die letzten zweieinhalb Bands vergönnt. Das Pack mühte sich auf der Bühne redlich, mich konnte das wenig begeistern. Hab es halt nicht so Humor.
Danach Mr. Irish Bastard, die das Publikum feiern ließen. War auch echt gut. Sagen wir Dropkick Murphys in gut...überhaupt das Publikum noch einmal erwähnt: Lauter Kids, die einfach nur feiern wollten. Die Stimmung war einfach nur erste Sahne.
Am Ende dann noch Montreal, so ne Pop Punk-Nummer aus Hamburg. Die Jungs sind super drauf, die Texte echt gut. Hat Spaß gemacht.

+++ VfR Aalen-Energie Cottbus 3:0 (0:0), Waldstadion, 4189 Zuschauer +++
Widerliches, windigen Sprühregenwetter lassen mich auf der überdachten Heimstehtribüne einlaufen. Dort eine kleine, aber 90 Minuten durchsingende Fangruppe. Auf der anderen Seite die Cottbusser, die zehn Minuten vor Schluss -nach einer rotrn Karte- bzw. dem kurz darauf folgenden 3:0 geschlossen das Stadion verlassen (nicht ohne noch etwas den dicken zu machen). Die armen Schweine: Völlig durchnässt bis zurück an die polnische Grenze. Würde mir stinken.

+++ FC Viktoria Pilsen-Bohemians 1905 Prag 2:0 (1:0), 10365 Zuschauer, 12.03.2016 +++
Direkt vom Bahnhof erstmal in die Brauerei, wo mir ein Eintracht-Fan aus Erfurt (wie sich später herausstellte) die Führung spendierte. War recht interessant, das naturtrübe Pilsener, das es dabei kam, für mich allerdings recht schwer verdaulich.
Danach Fastrun durch die Stadt, Check-In und ab ins Stadion, dass nur 5 Minuten vom Hotel entfernt lag. Auch dort haufenweise deutsche Sauftouristen. Drei Bier und eine Bratwurst für insg. weniger als fünf Euro später Abpfiff eines munteren Spiels, bei dem der benachbarte Gästeblock wie die Heimfans auch durch durchgängigen Gesang aufzufallen wussten, das ganze aber auch gerne mit einem Bierregen auf die Heimränge veredelte. Hat sich wohl einiges getan die letzten Jahre in Tschechien.

+++ The Sisters Of Mercy, Batschkapp Frankfurt, 16.03.2016 +++
Da die Vorband dermaßen unerträglich war traf sich die feine Gesellschaft auf den letzten Drücker. Kurz darauf starteten die Schwestern auch schon. Entgegen den katastrophalen Rezensionen der Tour im Internet, war die Performance solide, wenn auch nicht mitreißend. Das lag aber vielleicht auch daran, dass wir am Ende der Halle standen, die zumindest für mich zum ersten Mal ausverkauft melden konnte. Wenn man dem Sänger jetzt nich das Jodeln abgewöhnen könnte...

+++ Karl Dall, Bürgerhaus Bischofsheim, 17.03.2016 +++
Derbe Humor gemischt mit Peinlichkeit und Schnipseln seiner Vergangenheit. Dazu ein Live-Anruf bei meinem Bruderherz. Das sind die Erinnerungen. Er selbst wird sich eher ungerne an die mit max. 100 Leuten besuchte, extrem hässliche Turnhalle erinnern.

+++ VfL Halle 96-1. FC Magdeburg, Stadion am Zoo, 26.03.2016 +++
Ich wohne dem Spiel, trotz dass ich eh in Halle bin, nicht bei. Zeigt zwei Dinge: Erstens, dass mich nur noch wenig hoppingmäßig lockt, wenn ich mir gleichzeitig Geschichte in der Neustadt angucken kann, und zweitens, dass es keinen Sinn macht einen Blog weiter zu schreiben, der nur zeitverzögert berichtet und nur über das Hopping überhaupt noch Klicks bekommt. Ergo: Das wars. Die Abschaltung erfolgt zeitnah.

Freitag, 12. Februar 2016

The Vibrators, Ponyhof Frankfurt, 10.02.2016

Die Caipirinhas am Vorabend hatten ihr übriges getan, dass ich mich den ganzen Tag eigentlich so fühlte, als hätte ich durchgemacht. Entsprechend wankelmütig war ich mit meiner Entscheidung dem Konzert beizuwohnen, die mir Axl letztlich glücklicherweise abnahm. Also mal die extralange Schicht auf Arbeit übernommen, und nach einem ausgiebigen Spaziergang in der Kälte trafen wir uns in einer Sportsbar, um uns bei zweifelhaften Genüssen die Wänste vollzuschlagen. Das Kaiser-Pils ließ uns dann schnell von Dannen ziehen.

Am Ponyhof angekommen war noch recht wenig los, aber wir wurden vom anwesenden Personal praktisch schon zum Eintritt genötigt. Derlei gefangen (mit Getränken darf man nicht mehr raus) verbabbelten wir die nächste Stunde bevor The Vibrators vor einem inzwischen mehr als gut gefüllten Ponyhof Stellung bezogen.

Dass nach 40 Jahren Bandgeschichte etwas mehr Ruhe einkehren würde, konnte man sich hier abschminken. Die ersten fünf Lieder wurden in einem Rutsch durchgespielt, 5 Sekunden Ansage und wieder ohne Pause durch das Schaffen der Jahrzehnte. Dabei natürlich massenweise bekanntes Material, mit einer Energie dargeboten, dass es ein Genuss war. Insbesondere Schlagzeuger John Edwards ließ dermaßen die Stöcke kreisen…da konnte sich das Publikum ihr Gezappel nicht verkneifen.

Nachdem das reguläre Set fertig war versuchte die Band die Bühne durch die Seitentür zu verlassen. Die war aber abgeschlossen, was nicht nur einiges Gelächter nach sich zog, sondern auch zu einigen unerwarteten Zugaben führte.

Auch dank der Werktätigen-freundlichen „Anstoßzeit“ einer der besten Mittwochabende aller Zeiten.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

The Pretty Things, The Terrible Noises, Nachtleben Frankfurt, 6. Dezember 2015

Nachdem die Eintracht magischerweise ein weiteres Spiel völlig vergurkt hatte, war mir noch garnicht nach nachhause gehen. Der anstehende Urlaub tat sein übriges und so entschied ich mich dem Nachtleben nach Ewigkeiten mal wieder einen Besuch abzustatten.

Dort spielten heute The Pretty Things auf, die diesen Erdball schon seit 52 Jahren mit Rhythm ´n Blues  beschallen. Sänger Phil May und Guitarero Dick Taylor hatten die Band nach dem Ausstieg seiner selbst bei den Rolling Stones gegründet und spielen bis heute/aktuell wieder zusammen. Dem Vergleich mit den Stones müssen sich die Herren immer wieder stellen und sei es nur deshalb, weil sie als die härtere Version dieser gelten. Wie steht es so schön bei Wiki: Gegen The Pretty Things wirkten die Rolling Stones wie eine "Teegesellschaft im Pfarrhaus".

Aber zurück auf Start:
Mit perfektem Timing schlug ich im Nachtleben auf, wo gerade The Terrible Noises begonnen hatten. Diese spielen eine Mischung von Beatklassikern und unbekannteren Stücken zwischen den 50ern und 70ern. Coverbands mit schnöselig-coolen Yuppiesängern sind ja immer so eine Sache für sich, aber die Jungs waren echt gut. Der Gesang erinnerte mich vom ersten Ton an an Jim Morrison und spätestens bei "Hello, I Love You" war klar, dass ich richtig lag. Und auch sonst eine nette Zeitreise in die Jugend unserer Eltern.

Apropos Eltern: In der Pause sprach mich eine Ewiggestrige an und äußerte ihren Unmut, dass es für solche Konzerte kein Publikum mehr gäbe, was sowieso an Frankfurt liegt und so. In Köln sei eh alles besser...bla bla...das typische Rheinländergesülze eben. Ich klinkte mich umso schneller aus dem Gespräch wieder aus. Mit solchen Kasperle habe ich ja auf Arbeit leider genug zu tun.


Alte Männer bei der Arbeit


Als The Pretty Things die Bühne betraten war die Begeisterung groß. Eine Mischung durch das musikalische Schaffen, eigene Songs, Cover von Bo Diddley etc. und dabei jede Menge Spielfreude. Leider musste ich etwas vor Ende des Programms den Heimweg antreten, da ich das letzte Stück sonst hätte Taxi fahren müssen, was mir finanziell gerade weniger zu Pass kam. Ein sehr gelungener Spontanausflug in die Rockmusikgeschichte, die die neuerliche Pleite der Eintracht zumindest etwas egalisierte.

Motörhead, Saxon & Girlschool, Jahrhunderhalle Frankfurt, 24.11.2015

Der zugegebenermaßen kurze Fußweg aus Zeilsheim war schon eklig genug und so freute ich mich, Marcus direkt vorm Eingang zu treffen. Also schnell noch das restliche Perlenbacher in den Hals gestellt und schon ging es in die muckelig aufgeheizte Halle.

Direkt mit unserem Entree begannen Girlschool auch schon ihr Set, was für mich überraschend anseh- und hörlich war. Marius und diejenige, deren Name ich immer wieder vergesse ergänzten die Runde, um den Ergüssen von Saxon beizuwohnen, die sich gewohnt souverän zeigten und sich den Applaus redlich verdienten.

Nachdem sich nun auch Sabine und Axl eingefunden hatten, enterte ein abgemagerter Lemmy mit Anhang die Bühne. Der Sound war leider unterirdisch: das Genuschel konnte man kaum vernehmen, dafür lieferten die anderen Instrumente ein erstklassigen Tonbrei ab. (s. Manowar)
Während des Schlagzeugsolos (würg) war die rechte Zeit, um sich eine Erfrischung zu holen, wo ich einen Kollegen traf, der die restliche Woche nur noch durch Abwesenheit glänzte. Da hat Dr. Rock wohl eine Fehldiagnose gestellt...
Nach etwa anderhalb Stunden war die Show vorüber und ich ging mit einem Ohrenpfeifen wie selten auf die Heimreise.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

FSV Wacker 90 Nordhausen - FC Carl Zeiss Jena 0:0, Albert-Kuntz-Sportpark, 2556 Zuschauer, 27.09.2015

Strahlender Sonnenschein im Südharz lud mich ein, diesem Topspiel der Regionalliga Nordost beizuwohnen. Nach der Anfahrt von unserem Feriendomizil aus noch schnell etwas zu spachteln reingeschoben, und schon ging es den letzten Kilometer per pedes zum Stadion.

Unterwegs war mächtig Stau, wurde heute doch eine stattliche Besucherzahl erwartet. Dem war dann auch so. Gut zweieinhalbtausend zahlende Gäste, der Rest sammelte sich vor der Veranstaltungsstätte.


Die Südkurve Jena blieb dem Innenraum fern, um ein Zeichen gegen den erhobenen Topspielzuschlag vom 2,50 € zu setzen.

Die Stimmung im Gästebereich dementsprechend auf dem Nullpunkt, bis etwa 15 Minuten vor Schluss doch die ersten Gesänge zu vernehmen waren. Auf Nordhäuser Seite hingegen nahezu durchgängig Support von etwa 30 Kids. Dieser beschränkte sich jedoch leider oftmals auf das Pöbeln gegen den Gegner. Besonders der Gästekeeper wusste durch Gesten und Mimik gekonnt für Erregung im hinter ihm liegenden Block zu sorgen. Leider wurden meine Hoffnungen bei einem Spiel in den neuen Bundesländern nur einmal nicht "Jude" als Schimpfwort hören zu müssen, enttäuscht. Auf Jenaer Seite allerdings genauso viel Dummheit, wie die Beschimpfungen meiner Wenigkeit beim Hinweg zeigten, nur eben anders gelagert.

Spielerisch war das Ganze recht ansehnlich. Besonders die Nordhäuser brachten einige gelungene Aktionen aufs Geläuf, der verdiente Siegtreffer sprang dennoch nicht heraus.

Tip für Nachahmer: Nicht die Thüringer vom Gasgrill nehmen. Rechts neben der Heimtribüne steht der Holzkohlegrill.

Samstag, 19. September 2015

Rock im Revier a.k.a. Grüne Hölle Festival, 31. Mai 2015, Arena auf Schalke

Nachdem Axl und Chris ihre kurzfristig absagen mussten, machten sich Sabine, Marius und ich zur Mittagsstunde auf den Weg. Da wir uns nur die Rosinen des Festivals heraus picken wollten ließ sich das Ganze als Tagesfahrt durchziehen, spielten doch alle interessanten Bands ohnehin am Sonntag. Dass mit der örtlichen Verlegung sich auch einiges in der Reihenfolge änderte, stellte ich zum Glück erst kurz vorm Festival fest. Das hatte nämlich leider zur Folge, dass den ganzen Tag über immer mehrere sehenswerte Bands auf den unterschiedlichen Bühnen aufspielten, so dass man die Hälfte verpassen musste.

Pünktlich bei Ankunft wurde es immer kühler und regnerischer. Klamottenmäßig völlig flasch ausgestattet (bzw. nicht ausgestattet) machten wir uns auf den Fußweg zur Schalker Turnhalle. Im Umfeld selbiger war eigentlich nichts los, was schon einmal darauf schließen ließ, dass hier heute eine absolute Minuskulisse zu erwarten sei. So war es dann auch. Mehr als max. 15.000 Zuschauer waren heute nicht zugegen. Eher weniger. Schöner Nebeneffekt: An allen Fress- und Saufbuden sowie den Toiletten gab es keine Wartezeiten.

Die erste Band, die wir sahen, waren Accept. Astreine Metalkante, souverän dargeboten und einfach gut. Nun hieß es Ortswechsel zur Boom Stage, auf der The Darkness sich redlich abmühten, die geschätzt 50 Zuschauer zu unterhalten. Diese machten sich, wie die Band auch, wenig aus dem Dauerregen, der einen binnen weniger Minuten komplett durchweichte. Nach einigen Gesangswacklern zu Beginn artete der Auftritt letztlich in eine großen Sause aus, bei der die Musikaten und die Zuhörer entkleidet auf der Bühne tanzten. Da wir inzwischen auch bis auf die Buxe nass waren, ging es nun zurück in die Turnhalle, wo Five Finger Death Punch spielten, was uns aber reichlich wenig interessierte. Nach dem Umbau knatterte Rob Halford mit Motorrad auf die Bühne, um die Darbietung von Judas Priest einzuläuten. Darauf folgten knapp eineinhalb Stunden Posing in Reinform eines älteren Herren im Lederlook und mit Gehstock. Prädikat: Sehr unterhaltsam. Da es sich auch jetzt nicht gelohnt hätte, die Bühne zu wechseln, entschieden wir uns einen Platz direkt vor der Bühne einzunehmen, um bei KISS beste Sicht zu genießen. Hat auch wunderbar geklappt und konnte man das mit Pyrotechnik untermalte Musical der Raubtierhorde aus nächster Nähe genießen. Marius hat es einfach passend zusammen gefasst: KISS ist keine Band, KISS ist eine Show.

Irgendwo da hinten spielen The Darkness - man sieht sie kaum hinter den Menschenmassen

Durch die extrem schlechte Runningorder verpasste Bands: Ignite, Turbonegro, Anti-Flag, Airborne, Sick Of It All.

KISS lassens krachen

Mittwoch, 10. Juni 2015

The Dictators, Das Bett, 22.05.2015

Schon gegen 16 Uhr fanden sich Tim und meine Wenigkeit zusammen, um uns auf den Abend einzustimmen. Ein kurzer Geocachingrundgang rundete das vorabendliche Programm ab, bevor wir uns zum Sonnenuntergang mit Axl am Veranstaltungsort trafen. Da die Vorband kurzfristig absagte, hatten wir bei besten Wetter noch ausreichend Zeit für Dummbabbel im Hausgarten.
Als der hübsche Dick und seine Kollegen die Bühne betraten war die Halle leider nur mäßig gefüllt, die Stimmung bei den Anwesenden aber gut. Auch die Musikanten hatten sichtlich Spaß an diesem Abend und Dick ließ es sich auch nicht nehmen das ein oder andere Tänzchen im Publikum zu wagen. Die Zusammenstellung der Lieder wie erwartet, was beim nicht gerade übermäßigen Output der Pre-Punk-Legende zugegebenermaßen auch nicht so schwer fällt.
Eineinviertel Stunden später war der Gig vorbei und auch wir fanden und zum Fotoposing mit den Protagonisten ein, bevor wir beseelt und besoffen den Heimweg antraten. Man könnte sagen ein Must-See!

Freitag, 15. Mai 2015

1. FC Viktoria Köln – Bonner SC 4:1 (2:1), Mittelrheinpokalfinale, Sportpark Nord Bonn,14.05.2015, 6193 Zuschauer

Im Vorfeld der Partie war von etwa 2200 im Vorverkauf abgesetzten Eintrittskarten die Rede. Das und die Ankündigung von herrlichstem Sonnenschein zum Männertag hätte die Veranstalter aufmerksam machen müssen. Tatsächlich aber versuchte man den Eingang an drei Kassenhäuschen abzuwickeln, an denen sich ellenlange Warteschlangen bildeten, so dass auch wir zu spät passieren konnten. Immerhin war die Kassiererin zwischenzeitlich so entnervt, dass sie meinen Studentenstatus ohne großes Nachfragen akzeptierte.

Kurz nachdem wir das Gelände betreten und uns durch die Schlangen an der Versorgungsständen geschlagen hatten, war bereits das erste Tor für die Viktoria gefallen. Entsprechend ausgelassen die Stimmung beim auswärtigen Anhang (welcher ja offiziell Heimrecht genoss), der sich unter der Tribüne akustische Vorteile verschaffen konnte. Wenig später fanden wir uns auf der Gegentribüne ein, die man entgegen der ursprünglichen Planung öffnete, da der Andrang einfach zu groß war. Dort stand ein Teil der Bonner Fans, der zwar durchgängig in Bewegung, akustisch aber nicht wirklich zu vernehmen war. Das änderte sich beim zwischenzeitlichen Ausgleich kurzzeitig bevor die Kölner schon kurz darauf den Abstand wieder herstellten. Das Ergebnis passte gut zum Spielgeschehen der ersten Hälfte.

In der zweiten Hälfte drängten die unterklassigen Bonner immer mehr in Richtung des gegnerischen Kastens, ließ sich bis Spielschluss aber noch zwei Dinger einschenken. Aufgrund mehrerer unglücklicher bzw. schlichtweg falscher Entscheidungen der Unparteiischen wurde es etwa 15 Minuten vor Schluss immer lauter im Rund und so genossen wir eine angenehme Fußballatmosphäre auf den Stehrängen der Haupttribüne bis zum Abpfiff.
Respektlos wie gewohnt traten wir nach der Feierei beider Mannschaften und noch vor der Siegerehrung den Rückzug in heimische Gefilde an. 

Übernachtungstipp für Bonn-Besucher:
www.basecamp-bonn.de 

Montag, 11. Mai 2015

AC/DC, Vintage Trouble, 8. Mai 2015, Zeppelinfeld Nürnberg

Als der Briefzusteller gegen 14 Uhr des gleichen Tages ankam war die Anspannung groß. Der Kartendealer hatte, wie sich nun herausstellte, die Billets später als vereinbart zugeschickt und so war zittern bis zum letzten Moment angesagt. Letztlich war die ganze Aufregung umsonst, fanden sich die sehnsüchtig erwarteten Eintrittsberechtigungen doch rechtzeitig im Briefkasten.
Nach einem flotten Mittagssnack hieß es nun also hurtig in Fränkische aufzubrechen, hatte der Bahnstreik die Situation auf der A3 doch noch verschlimmert. Mit der Anreise über Fulda fand sich glücklicherweise aber eine entspannte Alternative und so enterten wir gegen 18 Uhr die Nürnberger Stadtgrenze zum vorgezogenen Muttertagsausflug.

Eine halbe Stunde später fanden wir uns schon am Dutzendteich ein, um den musikalischen Abend bei Dosenbier und miserablem Fastfood einzuläuten. Am Eingang herrschte für etwa 80.000 Besucher Entspannung pur. Offensichtlich waren die meisten Besucher bereits auf dem Gelände, was sich beim Blick über die Massen auf der Eingangstreppe bestätigte. Einen kurzen Rundgang später fanden wir uns in zweiter Reihe, und damit leider recht weit von der Bühne entfernt, ein. Nun ja, wer zu spät kommt und so…

Vintage Trouble hatten ihr Set schon lange begonnen und boten einen unterhaltsamen Soul-Reigen. Bei Bekanntgabe der Vorgruppe quollen die Netzwerke vor Abneigung nur so über, heute schienen die Massen aber wirklich nicht abgeneigt, sich auch einmal etwas anderes als die immer gleichen Riffs anzuhören. Drei Lieder später war dann auch schon Schluss und eigentlich hätte ich gerne noch etwas mehr gehört. Auch wenn es stellenweise schon ein brutaler Klischeeaufzug war. Da der Zeitplan vom Veranstaltung vorab veröffentlicht wurde wusste man, dass es exakt um viertel vor neun losginge, und dem war dann auch so. 

Begleitet von einem kinoreifen Einspieler (irgendwas mit Weltall, Feuerball, glühendes AC/DC-Logo schlägt ein und so…) starteten AC/DC mit dem namensgebenden Lied der aktuellen Scheibe, bevor die Stimmung mit Shoot To Thrill schon beim zweiten Lied in die Höhen schoss. Mit einer gelungenen Auswahl einiger der größten Hits wurden die folgenden zwei Stunden zwischen (wenig) Blues und (umso mehr) Hardrock zelebriert. Lieder, die für mich immer etwas entspannendes hatten (z.B. The Jack) wurden gänzlich ausgespart und entsprechend flott war die Zusammenstellung. Auf der Bühne fand sich zwar ein neues Bandmitglied ein, ansonsten die übliche Schau. Angus wirbelt immer noch über die Bühne (okay, die Sprünge werden niedriger) und Brian Johnson schreit sich die Seele aus dem Leib.
Der Klang war selbst weit von der Bühne entfernt erste Sahne und ich glaube es gab niemanden, der enttäuscht nachhause ging. Dass x Alben komplett aus der Setlist fielen, lässt sich bei der Fülle an verfügbaren Songs leider nicht vermeiden.

Man kann von dem ganzen Brimborium was Bühnengestaltung und Merchandising angeht, halten was man will. Aber eins steht fest: Man muss diese Band einmal (und immer wieder) live gesehen haben und sie zeigen sich immer wieder als eine der Besten ihrer Kunst.

Durch die exzellente Organisation wurde der Rückweg in Rekordzeit absolviert und so nickte ich gegen halb drei mit ordentlich Ohrengeräuschen weg. Danke! 

Mittwoch, 6. Mai 2015

Social Distortion, Stadthalle Offenbach, 27.04.2015

Herr Ness rief seine Jünger und sie kamen in Scharen. So war der Veranstaltungsort gut gefüllt. wenngleich man nicht ausverkauft melden konnte. Nach einigem Gebabbel hatte sich die Taunusfraktion zu einem anständigen Haufen zusammengefunden und sich, nachdem die zwei Vorgruppen komplett ignoriert wurden, zur Hauptattraktion des Abends eingefunden. 

Tja, und was soll man sagen? Die Darbietung würde ich wohlwollend als gediegen bezeichnet. Tatsächlich waren die Anwesenden durch die unglaubliche Langsamkeit dermaßen angeödet, dass man wenn man in die Gesichter schaute den Eindruck gewinnen konnte man sei versehentlich beim großen Kuschelrockfest gelandet, zu dem alle unfreiwillig aus Liebe zu ihren Liebsten mitgehen mussten. Das Ganze wurde dargeboten in einer Lautstärke (hier müsste man eigentlich von Leisestärke sprechen), die jeder Rockband unwürdig ist. Nach Ball Of Chain war ich dann eigentlich endgültig abwesend (doom country) und wachte erst wieder zum Schlussakkord von Don`t Drag Me Down auf. Eine sehr enttäuschende Fehlinvestition.
Ist das noch Punkrock? Ich glaube nicht. 

Millencolin, Bombshell Rocks, Batschkapp Frankfurt, 01.05.2015

Der zweite „Hochkaräter“ binnen 5 Tagen…wie bei der Batschkapp üblich reiste ich spontan an und traf direkt am Eingang mit Andi „de Kolleesch“ einen Bekannten. Nachdem die Kartenfrage wieder mal stark zu meinem Vorteil geklärt wurde standen Bombshell Rocks bereits auf der Bühne und zauberten ein sehr gelungenes Set auf die Bühne. Das Publikum war leider sehr auf die Hauptband geprägt, so dass die eigentlich sehr geile Show viel zu wenig gewürdigt wurde. Sehr cool, dass die Jungs ein Comeback gestartet haben. Fetter Sound, gute Bühnenshow, da passt einfach alles.

Nach kurze Analyse im Außenbereich starteten Millencolin um kurz nach 20 Uhr (die Batschkapp ließ es sich natürlich nicht nehmen am selben Abend für die Disco noch einmal abzukassieren), und ich darf berichten: es wurde flott. Ich habe schon Jahre keinen so hohen Anteil Tanzwütiger gesehen, schon gar nicht bei einem Hallenkonzert. Ein Circle Pit über die gesamte Breite der Halle sagt wohl alles…Es folgten etwa 75 Minuten ausgiebiger Feierei und Crowdsurfing untermalt von einer top motivierten Band, die das Publikum während ihrer Darbietung mit mindestens 50 Plektren bedachte.Dass der Klang nicht immer optimal war…drauf geschissen. Ein sehr geiler Abend im 4/4-Takt, der nach einer Wiederholung verlangt.

Dienstag, 31. März 2015

TV Illertissen – FC Bayern München Am. 2:3 (2:2), Regionalliga Bayern, Vöhlin-Stadion, 2015 Zuschauer

Strahlender Sonnenschein empfing uns im bayerischen Schwabenland, um dem Aufgalopp des heimischen TV gegen den deutschen Nationalspielernachwuchs beizuwohnen. Das Stadion gut gefüllt und mit ansprechender Volksfestatmosphäre.

Die Bayernfans, die mit einer Stärke von mind. 300 Mann anwesend waren, begingen im ersten Spielabschnitt eine Luftballonchoreo, fielen im Spielverlauf allerdings weniger durch sängerische Glanzleistungen auf. Recht unkonstant und außer etwas Fahnengeschwenke auch optisch nicht überzeugend.

Dem gegenüber versammelten sich die Supporters auf ihrer winzigen Haupttribüne und machten sich erkennbar einen Spaß aus dem heutigen Match. So wurde für die Gruppengröße von etwa 80 Anwesenden ansprechend unterstützt, immer wieder garniert durch den Klassiker „Illertissen spielt international“. Was beim ersten Mal hören durchaus für Schmunzeln sorgt ist beim zehnten mal singen im Spielverlauf nur bedingt erheiternd, aber alles in allem für mich eine positive Überraschung. Dass der Block zudem permanent mit „Man kauft und trinkt kein Red Bull“ und zeitweise „Aus Hopp nichts gelernt, bei RB die Augen verschlossen, Aufwachen DFL und DFB!“ geschmückt war, verstärkt meinen positiven (in Realität aber wohl eher verklärten) Blick als Fußballromantiker.

Nur um in ein paar Jahren erneut der Jugendarbeit/dem Kaufwahn des FCB zu huldigen: Im Einsatz waren Zingerle, Koussou, Strohmaier, Schwarz, Steinhart, Bösel, Oikonomou, S. Ribery, Wegkamp, Weihrauch, Görtler

Betontod, supp. Zaunpfahl, Batschkapp Frankfurt, 19.03.2015

Als ich im Biertrinker-KZ vor der Einfahrt Ausschau nach einer Eintrittskarte hielt fielen plötzlich mit Helen, Flo und Marcus drei völlig unerwartete Besucher ein. Eine nette Überraschung, die wir sogleich mit dem einen oder anderen Schwank aus unserer Jugend vergoldeten. Während sich die Bagage noch an ihren Getränken labte, hielt ich mich dezent zurück, schließlich musste ich den Rückweg per PKW antreten.

Nachdem Zaunpfahl ihr Set begonnen hatte füllte die der Veranstaltungsort zusehends, ohne jemals am Abend auch nur annähernd an einen Ausverkauf heran zu kommen. Bei der Vorband wunderte mich das wenig. Zumindest auf Platte war ich vorab nicht übermäßig voller Vorfreude, aber ich wurde eines besseren belehrt. Live sind die Nordmannen durchaus flott und die Personalwechsel scheint gut getan zu haben.

Der Rest der Reisetruppe suchte erneut die Tränke auf, während ich mich am Merchandising-Stand herum trieb. Und das ausladende Sortiment bestätigt, was Sänger Oliver Meister zuletzt im Interview sagte. Die Band scheut sich nicht davor zuzugeben, dass sie von der Musik leben müssen und wollen. Ist auch nicht verwerflich, sprach er doch nur aus wie es den meisten Bands geht, wenn sie eben nicht damit zufrieden sind, in den Hinterzimmern siffiger Venues zu nächtigen. Da ist nix mit DIY, es ist ein Job für die Ruhrpott-Punkrocker.
Entsprechend professionell und mit der standesgemäßer Bühnenausstattung ging dann auch das Konzert von Betontod vonstatten. Eine perfekt eingespielt Band mit dem vielleicht besten Sound der Batschkapp ever. Ich glaube der Auftritt wurde auch mitgeschnitten, war auf jeden Fall sehr geil. Abgesehen von den zwei (für mich immer) sinnlosen Saufliedern eine sehr gelungene Show, bei dem ausgiebig gepogt und natürlich besonders mitgegröhlt wurde. Herrlich!

Mittwoch, 11. März 2015

The Meteors, King Moroi, Das Bett, Frankfurt, 27.02.2015

Leider fiel Timmy kurzfristig wegen eines Bereitschaftsdienstes aus, aber den gemeinsamen preconcertalen Umtrunk ließen wir selbstredend nicht nehmen. So war direkt nach Feierabend Treffpunkt in meiner alten Heimat am Büdchen unseres Vertrauens. Mit Römerpils und Ferner Branca (ist das schrecklich!) war eine exklusive Getränkekombination  gefunden, die das anstehende Wochenende einleitete.

Da das Konzert schon um 20 Uhr beginnen sollte, musste ich mich entsprechend früh auf den Weg machen. Die Eilte war letztlich unnötig, ließ sich die Vorband doch etwas Zeit, bevor sie die Bühne stürmten. Doch das Warten hat sich gelohnt. Die Frankfurter Jungs von King Moroi rockten die Bühne anständig. Getragen von einem super Stand-Up Bass und einem grandiosen Gitarrenspiel ließen sie den manchmal etwas rau ausgefallenen Gesang vergessen machen. Das war sicher nicht das letzte Mal dass man von dieser Band etwas hört und bestimmt auch nicht mein letzter Besuch einer ihrer Shows.

Nach kurzem Umbau fanden sich The Meteors unter Führung des Masterminds der Psychoszene P. Paul Fenech ein. In langem Mantel und Sicherheitsschuhen klimatisch vielleicht nicht optimal vorbereitet, aber von gar diabolischer Natur. Wer einmal ein Interview mit Fenech gelesen hat, ahnt ja schon, dass er nicht ganz knusper sein kann. Und nachdem ich diesmal die Gelegenheit hatte, ihn aus der Nähe zu beobachten, bestätigt sich dieser Eindruck umso mehr. Es wirkt einfach immer so als habe der Belzebub tatsächlich von ihm Besitz ergriffen, und selbst wenn dem nicht der Fall sein sollte, so glaube ich ihm zumindest dass er selbst fest davon überzeugt ist. Whatever...
Zur Musik muss man eh nichts sagen. Einen Auszug aus 35 Jahren Bandgeschichte mit fast ebenso vielen Alben zu finden, der jedem Gast zusagt, ist kaum möglich, und so bin auch ich als Fan der Veröffentlichungen seit der Jahrtausendwende nicht restlos von der Zusammenstellung überzeugt. Nichtsdestotrotz hat es mal wieder Spaß gemacht die Erfinder des Psychobilly live zu sehen. Auch wenn mich Fenech mit seinem Blick fast vernichtet hätte.

Hat mir auf der Heimreise besonders gut gefallen:
Oasis - Stand By Me

Mittwoch, 7. Januar 2015

Beatsteaks & Bilderbuch, 11.12.2014, Jahrhunderthalle Frankfurt

Dank Kombiticket ging die Anreise heute mal entspannt per Bahn vonstatten. Und während die Ruppenthäler sich vor der Halle gehörig herunterkühlen ließen, mussten sich Madame und ich das aufgeregte Geschwätz pubertierender Nachwuchsrocker anhören. Sei es drum, schließlich sprang zuletzt noch ein Bier dabei heraus.

Die Kartenfrage war unsererseits zwar seit Monaten geklärt, aber es hätte auch vor Ort wieder reichlich Möglichkeit gegeben, die Halle noch zum fairen Preis zu entern. Nach der Druckbetankung taten wir das dann auch, und als schließlich die überflüssigen Kleidungsstücke standesgemäß abgegeben waren, fanden wir uns auch schon im Stehbereich ein. Dort spielte gerade die Vorband und quälte uns gehörig. Es war schlicht nur schwer zu ertragen, aber nun ja. Einfach merken, dass man am 27.3.15 sicher nicht ins Zoom geht und sich so allerlei krude Ansagen und verschrobenes Geschrammel erspart. Es war bitter. Ich bin mir „relativ“ sicher die Jungs im Gegensatz zum letztmaligen Supportact Kraftklub nicht wiederzusehen.

Den Schock gerade verdaut, fanden sich die Berliner auf der Bühne ein und lieferten eine solide Show ab. Keine Überraschungsmomente, solides Handwerk einer routinierten Kapelle samt Unterhaltungsclown. Nicht immer mitreißend, insgesamt aber nach wie vor einfach eine sehr gute Liveband, die sich nach Konzertende noch einmal einfand, um etwas auf der Bühne abzuzappeln. Wunderhübsche Bilder des Ganzen gibt es hier.

Freitag, 5. Dezember 2014

Saxon & Skid Row, Alte Seilerei Mannheim, 21.11.2014

Schon Monate vor dem Konzert hatten Sabine, Axl, Markus und meine Wenigkeit ihr Kommen angekündigt und so ließ sich die Vorverkaufsstelle in meiner ehemaligen Heimat nicht lumpen und ließ einige Getränkegutscheine springen. Leider war an dem Abend erfrischend kühl, um nicht zu sagen scheißkalt. Und außerdem hatten wir eh keine Zeit mehr, um am Bierstand zu versauern, schließlich hatte Markus durch seine Arbeitswut eine spätere Abreise und entsprechende Ankunft bedingt und auf der Bühne tummelten sich bereits Skid Row. Also Pulle in die Hand und herein ins Geschehen.

Die Seilerei war am Eingang (Wieso legt man als Veranstalter den Eingang direkt vor die Bühne?) völlig überfüllt und so zogen wir es vor uns die Mannen aus Neujersey aus sicherer Entfernung anzuhören. Klar, mit Sebastian Bach fehlt die Stimme der Band, doch auch die aktuelle Besetzung wusste durchaus zu begeistern. Klar, dass Debutalbum zum 25. Jubiläum komplett durchgeritten wurde und das war auch gut so. Die neuen Veröffentlichungen der United World Rebellion-Serie ließen zumindest mich nicht sonderlich aufhorchen und so war es eine Freude die alten Hits mit ordentlich Hardrock-Attitüde dargeboten zu bekommen. Den Abschluss unter die Show setze ein in Anbetracht der Lebenserfahrung der Musikanten schon leicht humoristisches Youth Gone Wild. Geil!

Nach einer kurzen Erfrischung war dann Zeit für Saxon, die ihrerseits das 35jährige mit dieser Tournee begingen. Der Sound war zu Beginn einfach nur Matsch und so dauerte es einige Lieder bis der Funke ins Publikum übersprang. Als es dann soweit war wurde dafür umso kräftiger das Haupthaar geschüttelt und die Stützpfeiler der Halle als Klettergerüst missbraucht. Biff Byford gefiel das Treiben offensichtlich, so dass auch noch ein kurzer Mitschnitt seiner Kamera der mitsingenden Gemeinde auf einem großen amerikanischen, sozialen Netzwerk landete. Neben den Klassikern fand ich besonders die Geschichte vom mörderischen Barbier (Demon Sweeney Todd) musikalisch nett vertont. "Etwas" anders als in der Verfilmung, aber absolut hörenswert. Eingeweihte kennen den heißen Stoff ohnehin. Für mich war es das erste Saxon-Konzert, bleibt bei Gelegenheit aber sicher nicht das Letzte.

Samstag, 15. November 2014

The Gaslight Anthem, Deer Tick, Bayside, Jahrhunderthalle Frankfurt, 14.11.2014

Spontan entschieden sich Joanna, Chris und meine Wenigkeit dem Event beizuwohnen. Das Kartenangebot war üppig und so fanden wir uns zum Schnäppchenpreis zu ungewohnt früher Stunde in Höchst ein, um uns noch fix einige Biere reinzugießen. Nach kurzem Faktencheck war dann auch schon Zeit die Halle zu betreten und Bayside standen bereits auf der Bühne, so dass wir nur noch zwei Lieder mit bekamen.

Nach kurzem Umbau begannen Deer Tick mit ihrem Set. Das war durchaus genießbar. Teilweise ein experimenteller Mix für Freunde von Oasis etc., aber auch mit komischen Ausflügen zu Rockabilly, Hillbilly und anderem Dudeldidum. Auf jeden Fall interessant, aber ganz clean waren die Typen nicht.

Nun ja, da wir praktisch sehr nah an der Bühne standen, blieben wir besser vor Ort, um dort der Hauptgruppe zu lauschen. Und der Beginn war nett. Flottes Material à la 59 sound etc. wussten auch das übrige Publikum zu begeistern, und so begab es sich, dass sich das sehr seltsame Popperpublikum schon durch Abiturientenpogo gestört fühlte. Sei es drum, die Band tat alles, um ihren neuen Fans einen schönen Abend zu bereiten, und so wurden nach meinem Geschmack zu viele langsame Songs gespielt und irgendwie konnten mich die Jungs nicht wirklich begeistern. Ganz anders ging es den anwesenden Groupies.

Und so schweifte ich irgendwie ab und stellte mir vor wie es wäre eine gemeinsame Tour von The Gaslight Anthem mit Sunrise Ave und 30 seconds to mars zu organisieren. Feuchte Höschen garantiert.

Für den humorigen Höhepunkt sorgte der Schaffner auf der Rückfahrt mit der Aussage, dass man sich aufgrund der Verspätung keine Sorge um Anschlüsse machen brauche, schließlich sei die Bahn ja inzwischen geübt, Notfallpläne zu entwickeln.

Schnauze voll, gute Nacht!

Freitag, 3. Oktober 2014

Fulham FC - Bolton Wanderers 4:0 (2:0), Craven Cottage, 14496 Zuschauer, 1.10.2014

Nach einer Woche Rundfahrt entlang der herrlichen englischen Südküste trafen wir pünktlich in der Hauptstadt ein und konnten so den einzigen anvisierten Kick der Reise wie geplant besuchen.

Obwohl bestimmt reizvoll, entschieden wir uns gegen die Anreise mit der Fähre und wählten stattdessen den Bus von der Knightsbrige station aus. An der Stamford Bridge vorbei ging die Fahrt einmal quer durch das schicke Fulham zur Putney Bridge. Dort war noch nicht wirklich viel Fußballvolk zu sehen, und so entschlossen wir uns im angrenzenden Bishop's park erst einmal zu entspannen.

Kurz vor Anpfiff schlossen wir uns dann dem inzwischen beachtlich anwachsenden Publikum an und ließen uns die Karten aushändigen.

Folglich fanden wir uns kurz darauf auf dem Johnny Haynes Stand Nähe Mittellinie ein. Ich müsste vermutlich lange suchen um eine nur ähnlich kultige Tribüne zu finden wie diese. Seit 1905 drängt sich hier das Volk auf hölzernen Klappsitzen, die an gusseinernen Halterungen fixiert sind. Das Dach heavy Metal in  Reinform...einfach ein Gedicht!

Das Spiel mit klaren Vorteilen für die Heimmannschaft, die entsprechend klar gewann. Am Ende waren die Gäste mit diesem Ergebnis tatsächlich noch gut bedient. Der Großteil der Gästefans sah von dem Gemetzel zum Ende des Spiels nichts mehr und traten angepisst die Heimreise an.
Auf den Heimrängen wie üblich rein spielbezogener Support, dann aber mit ordentlicher Lautstärke. Nichts was einen Festlandbewohner flasht, für mich aber eine sehr willkommene Abwechslung zum Dauerfeuer deutscher Kurven.

Und während wir uns nach 96 Minuten unterhaltsamem Zweitligakick zum fairen Preis zur Tube verkrümelten, feierten die Fans , dass sie nach Felix Magaths Abschied ihr Fulham zurück haben mit einem satten "I love you Fuuulhaaam".

Cause London is drowning, and I LIVE BY THE RIVER

Sonntag, 17. August 2014

FC Carl Zeiss Jena - FC Erzgebirge Aue 0:1 (0:1), 17.08.2014, 8745 Zuschauer, Ernst-Abbe-Sportfeld

Heilige Scheiße!
Ich kann mich durchaus an Tage erinnern, an denen ich beschwingter aus dem Bett kam. Wie komme ich aber auch auf diese blöde Idee um halb 8 morgens zum o.g. Spiel zu fahren, wenn die magische SGE am Vorabend zum Flutlichtkick antritt und ein Treffen mit der Hamburger Prominenz terminiert ist? Kann man sich fragen.

Nun ja, nachdem ich das Hotel pünktlich und in bedauernswertem Zustand verlassen und mir den Weg durch Berlin gebahnt hatte, war im ICE dann erst einmal pennen angesagt. So gut wie das halt geht nach einem Vorabend wie diesem. Und vor allem mit Sitznachbarn, die allesamt die Lautlos-Funktion ihrer Sprechapparate nicht kennen, so dass man alle zehn Minuten von einem anderen, infernalischen Klingelton in seiner Erholung beeinträchtigt wird.

Bei der Ankunft in Jena, die sich als "etwas" abrupt gestaltete (kam jetzt nicht bei allen Passagieren/Beförderungsfällen soo gut an, dass die Ansage erst zeitgleich mit dem Öffnen der Türen gemacht wurde) schlenderte ich zunächst etwas durch das Zentrum, versuchte in einer Mall noch etwas zu entspannen, schaute mir dort die World Press Foto-Ausstellung an und pfiff mir anschließend eine definitiv sehr delikate Pizza rein. Beim anschließenden Rundgang durch die ganz okaye Innenstadt musste einem sofort die massive Polizeipräsenz auffallen. Das könnte heute wohl heiß werden.

Dank meines Studentenausweises konnte ich einen der letzten Plätze auf der Gegengerade für faire 9 € schießen, um mich dann von dem massiven Merch-Angebot des Vereins und seiner Fans erschlagen zu lassen. Besonders an den Fanständen rollt hier ordentlich der Rubel. Neutraler Look scheint wohl weniger gefragt zu sein, und da mit der Horda Azzuro die wichtigste Gruppe aufgrund des Einstiegs der belgischen Heuschrecke Duchâtelet boykottiert, lebt man sich wohl umso mehr im Gestalten zugegebenermaßen gelungener Artikel aus.

Das Spiel an sich war relativ ausgeglichen und der Auer Sieg nicht unbedingt gerecht. Der FCC hatte einige Chancen, vertendelte teilweise aber kurios und wurde letztlich nicht wirklich zwingend. Gleiches gilt für den Support aus den genannten Gründen. Lediglich in der Nordkurve langweiligstes Italo-Getrommel einiger Weniger. Wenn das Publikum sich aber von der Haupttribüne zum Mitmachen animieren ließ, hatte es schon ordentlich Dampf, wenn auch ohne mitzureißen. Der Gästemob in gerammelt vollen Block zeigte sich solide und geschlossen, ohne kreative Höhepunkte abzufeuern.

Netter Sonntagsausflug

Dienstag, 5. August 2014

Neuentdeckungen - 4 in a row

Zunächst einen großen Dank an meinen oberfränkischen Genossen Markus, der mir eine exquisite Mischung Biere aus seiner Heimat zusammen gestellt hat! Einen Bruchteil habe ich in letzter Zeit probieren können und erste, unqualifizierte Kommentare dazu verfasst. Und da ich ein Verfechter der Braukunst fernab der Industrietankanlagen bin, muss ich diese einfach veröffentlichen. Auf dass diese Kultur gepflegt wird:

Böheim Flinderer
Ohne Inaugenscheinnahme. Geruchseindruck rund und zurückhaltend. Im Antrunk bestätigt sich die Milde mit dezenter Hopfung ohne speziellen Charakter. Von leicht säuerlicher Natur bei feiner Perligkeit. Im Abgang frisch und kurzweilig.

Merkendorfer Hummel-Bräu Kellerbier
Kräftige Farbe mit Bernsteinnote und zurückhaltender Trübung. Der Geruch von angenehmer Hopfung geprägt. Die Abwesenheit von Extrakten hinterlässt unmittelbar einen köstlich milden und fruchtigen Eindruck, der sich schon beim ersten Schluck verfestigt. Dies verschmilzt mit der hintergründigen und doch erfrischenden Perligkeit zu einem bekömmlichen Abschluss. Top!

Brauerei König - Posthörnla
Bacon meets beer
- Tatsächlich nur leichte Raucharomen und dadurch auch für meinereiner genießbar -

Brauerei Ott-Obaladara
Kräftiger dunkler Stand mit wenig definierter Blasenbildung und schwacher Kohlensäure. Malzbetonter und angenehm runder Geruch. Im Antrunk gefällig den Gaumen umschmeichelnd. Im Abgang von herrlich erfrischender Spritzigkeit geprägt. Dieses Bier macht lustig!

Mittwoch, 2. Juli 2014

Festivalsommer: Edguy, Billy Idol, Bryan Adams, Soulfly, Limp Bizkit, Böhse Onkelz, Black Label Society, Alice in Chains, Black Sabbath; Hessentag Bensheim, Hockenheimring, Georg-Melches-Stadion Essen, 13.,20 + 27.6.14

Bei bestem Wetter ließ ich mich zu früher Stunde von den lieben Kollegen einsammeln, um nach einem Eisfrühstück den Betriebsauflug in Seligenstadt zu begehen. Da ich schon gefühlte tausend Mal in Seligenstadt war, entschloss ich mich, mir diesmal bei einer Stadtführung noch einige Geschichten auftischen zu lassen. Wie man so schön sagt on top…War interessant und insbesondere recht kurz, so dass schon kurz danach der Besuch bei der Familie Glaab begangen werden konnte. Da ich das Präsent für den Chef des Hauses vergessen hatte, konnten wir uns ungestört der Hopfenlust hingeben, was wieder einmal ein Hochgenuss war. Ein Gebräu mit amerikanischem Aromahopfen, das seinesgleichen sucht und nur kurze Zeit erhältlich ist. Wenn leer, dann leer… Nach der Verkostung ging die Reise weiter.

Zu meiner Freude war Daniel zu späterer Stunde noch mit Kollegen aus Offenbach, die sich auf dem Hessentag herumtrieben, verabredet, so dass wir mit Bensheim ein gemeinsames Ziel hatten. Dort angekommen trafen auch gleich zwei mir aus meinen Ausbildungen wohlbekannte Gesellen ein, so dass dem Besuch des Apfelweingartens nichts mehr im Wege stand.
Nach relativ kurzem Aufenthalt musste ich allerdings schon wieder los, um den Bustransfer zum Konzertgelände zu nehmen. War alles super organisiert und ich schon zehn Minuten später in Hörweite. Nach den Kontrollen fiel mir auch schon die Verwandtschaft und Petra in die Arme, und so konnte es losgehen. Edguy bearbeiteten schon die Bühne und ich fand es ganz nett. Keine Musik, die ich mir zuhause reinziehen würde, aber solide. Nach einem schnellen Langos versuchten wir während der Umbaupause direkt vor die Bühne zu gelangen, was aber nicht ging, da Bändchen verteilt wurden und ich nach ewigen Diskussionen mit dem Sicherheitsdienst aufgab.
Nun betrat also Billy Idol die Bühne, und er machte die Zuhörerschaft fröhlich! Gestählt wie eh und jeh, immernoch ein ganz großer Poser und natürlich mit allen Hits im Gepäck. Aus Generation X-Zeiten war mit Ready, Steady, Go zwar leider nur ein Song am Start, aber selbst die schon xfach im Radio gehörten, langsameren Lieder konnte einen mitreißen. Eine große Show, die hoffentlich schon bald eine Fortsetzung in Deutschland findet. Und bis dahin träume ich davon nur ein einziges Mal Kiss Me Deadly live zu hören!
Gewieft wie ich bin habe ich mich nach Billy Idol an den Ausgang gestellt um Bändchen zu schnorren, was sich als eine leichte Aufgabe erwies. Nicht nur für uns war Billy Idol der eigentlich Hauptact des Abends, und so zog es reichlich gammliges Volk zu den Ausgängen.Pünktlich zu Bryan Adams konnten wir uns also der Bühne nähern, wo nun mehr als ausreichend Platz war. Dort angekommen traf ich mit Günther einen altbekannten Taunusbewohner und so verquatschten wir die erste Hälfte des Sets, bei der die flotteren Nummer wie 18 Til I Die oder The Kids Wanna Rock gespielt wurden, größtenteils. So schwungvoll wie das Ganze begann, endete es leider auch, und wir wussten uns nach der gefühlt zehnten Ballade hintereinander nicht mehr anders zu helfen, als die Rückreise anzutreten. Schonung war ja auch angesagt, schließlich ging es eine Woche später schon wieder zu einem Konzertbesuch gen Süden und wir sind ja alle nicht mehr so jung.

Entgegen aller Gewohnheiten bot ich Gebbi an, ihn abzuholen und zu kutschieren. Mit kurzem Zwischenstopp beim Maruhn verging die Anreise wie im Flug, so dass wir bereits zur Mittagsstunde im Mannheimer Maritimhotel einchecken konnten. Dort angekommen versammelte sich schon allerlei Gesindel, das offensichtlich das selbe Reiseziel für den Tag hatte. Schneller Zimmercheck…jaaa, hat was…Blick auf den Wasserturm, lauter vergoldetes Gedöns, kann man lassen. Nachdem wir den größten Döner der Welt verschlungen hatten ging es dann auch schon am frühen Nachmitaag mit der Regionalbahn nach Hockenheim. Den Bus zur Rennstrecke ließen wir links liegen und liefen den Weg lieber. Von Meter zu Meter wurde es voller, und am Ring angekommen konnte man das erste Mal überhaupt erahnen, welche Menschenmassen sich hier heute aufhielten. Zelte ohne Ende, alle in schwarzen Klamotten, Bier, Müll, Gegröhle, herrlich. Der Einlass war schnell passiert und nachdem wir Soulfly, wie sich später herausstellte bereits verpasst hatten, betraten Limp Bizkitdie Bühne. Auch hier gilt: Auch wenn ich eine erschreckend große Zahl der Lieder (ich glaube tatsächlich alle) kannte, ist das keine Band, die bei mir zuhause läuft. Und trotzdem, die Show, die die Herren um vollbärtigen Herrn Durst boten, war fett. Der Sound hat gestimmt und das Publikum ist ordentlich abgegangen. Riesige Überraschung für mich!
Da wir ja immer noch davon ausgingen, dass mit Soulfly nun eine weitere Vorband kommen würden, die aber wirklich so garnicht mein Ding ist, zogen wir uns an einen weit abgelegenen Bierstand zurück, um den betrunkenen Pöbel zu belächeln. Man, man, man, da warten Manche angeblich seit neun Jahren auf dieses Konzert und wälzen sich dann in der eigenen Kotze…aber egal.
Nachdem wir nun geschnallt hatten, dass die Hauptband bald die Bühne betritt, betraten wir das Gelände erneut und postierten und taktisch klug zwischen Bühne, Bierstand und Toiletten. Plötzlich betrat Ben Becker die Bühne, der (vermutlich aus der Bibel) einige Weisheiten zum besten gab, die immer auf „Nichts ist für die Ewigkeit“ endeten. Die Neue Frankfurter Harmonie fidelte ein bisschen und irgendwann betraten bei immernoch strahlendem Sonnenschein dann tatsächlich auch die Böhsen Onkelz die Bühne. Binnen Sekunden war von der Bühne nichts mehr zu sehen, da ordentlich das Tanzbein geschwungen wurde und überall der Staub herumflog. Dieser Euphorie kann ich mich zwar nicht anschließen, aber es war ein  solider Auftritt mit einer guten Liederzusammenstellung, die teilweise wirklich überraschte. Dass Moses P. zudem als Gastmusiker an Bord war, hatte ich jetzt auch nicht unbedingt erwartet. Neben uns standen zwei Jungs aus Schwerin, die die 700km für das Konzert gerne auf sich nahmen und sich beim Blutpogo inklusive Nasenbeinbruch in der Nachbarschaft auch dezent zurück hielten, so dass zwischen dem ganzen Gegröhle noch Zeit für etwas Dummgebabbel war. Nachdem das Konzert fertig war trotteten wir entspannt zum Bahnhof, um hier evtl. Taxi zu ergattern, was aber nicht gelang. Doch schon kurz danach fuhr eine außerplanmäßige Regionalbahn mit Fahrziel Mannheim ein, die uns zu unserem Luxusdomizil brachte. Erholung war angesagt, denn wiederum eine Woche später wurde das Konzerttrio vervollständigt:

Pünktlich bei unserer Ankunft in Essen begann es zu regnen. Wir machten es uns also noch etwas in der örtlichen Frittenbude gemütlich, um kurz darauf auf dem Schwarzmarkt noch eine stark vergünstigte Karten für Sabine zu erwerben. Plan aufgegangen! Bei Betreten des Stadions fiel gleich auf, dass der Veranstalter heute definitiv nicht ausverkauft melden kann, und so war sogar genug Platz für alle Anwesenden, um sich unter dem überstehenden Dach der Tribüne am Spielfeldrand ein trockenes Plätzchen zu suchen und dem belanglosen Gedudel von Alice in Chains zu lauschen (Den zackigen Zakk haben wir leider verpasst!). Als es dann irgendwann anfing horizontal zu regnen und zu blitzen, wurden alle Stehplatzbesucher aus Sicherheitsgründen auf die Tribünen verwiesen. Die Evakuierung dauerte allerdings nicht lange und so betrat der Fürst der Finsternis bei weiterhin herrlich passendem Doom-Wetter die Bühne. Ja, was soll man sagen? Mir hat es genauso gefallen wie letztes Jahr, auch wenn ich Hallenkonzerte grundsätzlich natürlich immer vorziehe. Spielt aber keine Rolle, schließlich hat Tony Iommi angekündigt, dass es sich aufgrund seiner Erkrankung wohl definitiv um den letzten Auftritt in Deutschland handelt. Es war also ein Pflichttermin bei einer der großartigsten Rockbands aller Zeiten und ich bin froh, sie wenigsten zweimal in dieser Besetzung habe sehen können! Huh, huh, yeah Beavis, das war cool! 

Donnerstag, 5. Juni 2014

Reggina Calcio-Ternana Calcio 1:2 (1:1), Stadio Oreste Granillo, 30.05.2014

Nach einigen Strandtagen im südlichen Kalabrien und einer sensationellen Tour durch der/die/das Aspromonte war heute nun endlich Fußballzeit (die kommende WM schon einmal bewusst außen vor gelassen). Nach einiger Stadionsucherei bei der bei europlan-online.de veröffentlichten Adresse , die ca. 8km vorbei am Ziel führt, wurden wir schließlich nahe dem Stadtzentrum fündig. Also Karre geparkt und ab zum Kartenhäuschen. Vor Ort war ein selbiges allerdings nicht zu finden, aber die sichtlich bemühte wenn auch geographisch unterbelichtete Dame im Stadion wies uns irgendwie unterbewusst den Weg zum Vereinsgelände, das ca. 2km entfernt war. Dort fand sich dann auch tatsächlich die Biglietteria und nachdem wir unsere Daten vollständig offengelegt hatten (diese scheiß Tessera del tifosi!) bekam wir tatsächlich die Tickets ausgehändigt.

Der anschließende Stadtrundgang wurde aufgrund der optimierungsbedürftigen Organisation massiv verkürzt, so dass nur ein Fastrun durch einen Teil der Innenstadt zu bewerkstelligen war. Nach einer flotten Pizza und den heiß geliebten Due a due trafen wir kurz vor Anpfiff im Stadion ein.

Vor Ort dann gähnende Leere, ich schätze optimistisch max. 500 Zuschauer. Die etwa zehn Gästefans bildeten den Stimmungshöhepunkt im ansonsten an Höhepunkten armen Betonklotz namens Stadion Oreste Granillo, und so war die ganze Veranstaltung einfach nur laaangweilig. Die Heimkurve war fast leer und lediglich mit einem Transparent geschmückt: "Unsere Leidenschaft verdient Klarheit, Unwürdige!" oder irgend so ein typisches Absteigerfanboykottgelaber halt...

Die Highlights des Spiels noch einmal in Kurzform:

10. Minute: Es fliegt ein Ball ins Publikum, den ein Junge unter seiner Jacke zu entwenden versucht.
15. Minute: Ruckzuck steht es 1:1. Die Tore habe ich aus Desinteresse nicht gesehen.
30. Minute: Zwei Ordner schaffen es den teuflisches Plan des Diebes zu unterbinden und ihm seine Beute wieder wegzunehmen.
45. Minute: Wir haben den Kanal voll und treten den Rückzug an.

Montag, 5. Mai 2014

Nachtrag oder „Der ewige Entwurf“: 1. FC Köln II - Alemannia Aachen 0:1 (0:0), Franz-Kremer-Stadion, 1400 Zuschauer,16.02.2014

Den Vortag verbrachten wir in Oberhausen, um mal wieder etwas in neue Kleidung etc. zu investieren, uns die Slinky Springs To Fame aus der Nähe anzuschauen (Lohnt sich besonders bei Wind!), dem Sea Life mal wieder einen Besuch abzustatten, und schauten uns den Untergang der Eintracht in Dortmund im TV an. Hätte man natürlich auch hingehen können, schließlich waren wir ja sogar vor Ort. Allerdings war im Vornerein kartentechnisch diesmal absolut nichts zu machen, und außerdem gibt der Spielausgang meiner Entscheidung ohnehin recht ;-)

Nachdem wir zur Mittagsstunde bei strahlendem Sonnenschein im Kölner Westen eintrafen und uns im angrenzenden Park noch etwas die Zeit vertrödelt hatten, galt es nun die Sportstätte zu betreten. Was mich dabei überraschte war, dass außer den üblichen Rentnern bei solchen Veranstaltungen heute absolut kein Heimanhang zugegen war. Wobei das zeitgleich stattfindende Spiel der Profis in Sandhausen natürlich bestimmt einen Magneten darstellt.

Aber wie dem auch sei... Eigentlich hatte ich beim Einlauf tierisch Lust auf ein Bierchen, aber was sehe ich da? Selbst im Stadion wird das Kölsch in 0,2 l-Stangen serviert. Also bitte! Bei allem Verständnis für Traditionspflege, das hat mit Fußball nichts zu tun und wird von mir nicht unterstützt.

Nun fing das Spiel auch an. Der reichliche Gästeanhang, der mindestens drei Viertel der Anwesenden stellte, unterstützte die Mannschaft ordentlich, ausdauernd und doch spielbezogen. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen und nach meiner letzten Begegnung mit der Alemannia (Hauerei der politisch verfeindeten Lager untereinander) ein viel besseres Bild hinterlassen. Aus dem Heimbereich kam stimmungsmäßig hingegen nichts.

Nach einem kurzen Hagelschauer war dann auch schon Halbzeit und pünktlich zur zweiten Hälfte ließen wir uns wieder in der Sonne nieder, um dem Treiben auf dem Rasen weiter zuzusehen. Das Spiel war nicht langweilig, aber es wollte keine Bude fallen. Nachdem dann ein Kölner nach 75 Minuten mit Rot des Feldes verwiesen wurde, hat man gespürt, dass heute noch etwas passiert. Und so blieb ich entgegen meiner Gewohnheiten bis zum Ende und wurde mit einem ausgelassenen Jubel des Aachener Anhangs beim Tor in der Schlussminute belohnt. Das war wirklich absolutes Gänsehautfeeling und einfach verdammt laut. Und so feierten die Alemannen noch lange nach Spielende die drei Punkte mit ihrer Mannschaft.

Aus dem anvisierten Treffen mit Fuzzi wurde unterdessen nichts, da er einen erlebnisreichen Vorabend zu verzeichnen hatte. Beim nächsten Mal dann...

Freitag, 2. Mai 2014

D-A-D, supp. Hong Faux, 1. Mai 2014, Batschkapp Frankfurt

Die Rahmenbedingungen waren klar. D-A-D entschieden sich zum 30jährigen Bandjubiläum bei 30 Konzerten außerhalb Dänemarks mit 30 Songs bei den Clubs vorbeizuschauen, die ihnen zum Karrierebeginn die Möglichkeit gaben sich zu präsentieren. Ob den tatsächlich so ist, ist zwar zu bezweifeln, da sich auch Veranstaltungsorte in den neuen Bundesländern in der Terminliste finden lassen, aber sei es drum. Klingt auf jeden Fall total real :-)

Außer mir fand leider kein Bekannter den Weg in die neue Blechdose in der Gwinnerstraße. Ergo lag es wiederum an mir die ehemaligen Rockers aus dem Taunus zu repräsentieren.

Vorm Eingang wurde ich direkt angequatscht, ob ich eine Karte bräuchte und dass der aufgerufene Preis von 30 € auch total fair sei. Ich erwiderte dass an der Abendkasse ausreichend Karten für einen Euro weniger verfügbar seien und schwuppdiwupp war ich auch schon zum halben Preis in der Halle.
Dort hatten Hong Faux bereits die Bühne betreten, um dem Publikum einzuheizen. Ich fand die Jungs jetzt nicht per se schlecht, aber mitreissen konnten sie letztlich nicht nur mich nicht. Die Musi war mir insgesamt zu gebrochen, auch wenn zwischendurch immer wieder fette Gitarrenwände ins Eckige schallten. Zwischendrin streikte dann auch noch kurz die Technik, was dem Ganzen nicht unbedingt zuträglich war. Den Sänger, der Florian David Fitz in Jesus liebt mich zum Verwechseln ähnlich sieht, störte dies wenig und er beteuerte dass Frankfurt eine der großartigsten Städte weltweit sei usw. blabla. Joa, das ist dann auch meistens ziemlich genau der Moment, in dem ich eine Band nicht mehr ernst nehmen kann...Für Freunde der Foo Fighters (, Bloodlights) und besonders 30 Seconds To Mars vielleicht eine interessante Kapelle.

Nach einer kurzen Umbaupause, in der ich das vor der Batsche geparkte Ghettoblaster-Wohnmobil bestaunte, und dem obligatorischen Merch-Check ging die Familienveranstaltung (Auffallend viele betagte Semester mit Kindern zugegen) auch schon weiter.

Die Band mit den vielen Namen, die sich nunmehr auf das internettauglich D-A-D geeinigt hat, lief nach ihren Aufwärmübungen ein. Ein kurzweiliges Instrumental bildete den Auftakt für knapp zwei Stunden handgemachter Rockmusik. Die Liedzusammenstellung war ein Querschnitt durch die Bandgeschichte und Jesper Binzer betonte vor einigen Songs, dass bei dem Tourmotto natürlich auch die schlechten Lieder Erwähnung finden müssten. Klingt schlimm, wars aber nicht. Bis auf einige Rockschmalzen wurde überwiegend flottes Material dargeboten. Dabei natürlich auch die größten Hits und allen voran gröhlte das Prublikum natürlich bei Sleeping My Day Away mit.
Ich weiß es ja immer zu schätzen, wenn man Bands anmerkt, dass sie Spaß haben und die Zuhörerschaft so gewinnen. Es heute war es genau so ein Abend. Jesper schaffte es zusammen mit dem Schlagzeuger Laust immer wieder mit seinen Ansagen ("Heude is eine spessjelle Daag. Heude is dreisissde Geburdsdaach und wir machen eine Fest") den Anwesenden ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, und auch mir ging es nicht anders. Stig Pedersen stiefelte derweilen mit seinen extravaganten, zweisaitigen Bassgitarren über die Verstärker und sorgte so für richtige 80er Jahre Rock Attitüde. Jespers Bruder Jacob rundet das Quartett ab und überzeugte mit seinem soliden Gitarrenspiel.
Die Zugaben wurde mit I Won't Cut My Hair nochmal mit einer ganz großen Nummer eingeläutet und kurz darauf wars das dann auch schon.

Auch wenn mir einige Songs (Inbesondere Girl Nation !) gefehlt haben ein super Abend, der auch nach Meinung vieler Besucher vor der Halle zu früh zu Ende ging. Auf die nächsten 30 Jahre!