Eine
Woche vor der erwarteten Horrorshow bekundete Sabine ihr Interesse
mitzukommen, so dass ich mich entschied, definitiv zum Konzert zu
gehen. Die erste Karte war über die Kleinanzeigen schnell
organisiert und auch mein Billet hielt ich glücklicherweise
rechtzeitig, und zudem für den halben Preis, in der Hand. Für die
Nerven wäre es sicher schlauer gewesen, nicht erst zwei Abende vor
der Veranstaltung ein Ticket zu ersteigern, das binnen eines Tages
den Postweg auf sich nehmen musste. Whatever, es hat geklappt.
Die
letzten Lieder der Vorband Neonfly zogen wir uns noch rein, um
festzustellen, dass wir da ganz offensichtlich etwas verpasst haben.
Die Typen sehen nicht nur aus wie wie aus einem anderen Jahrzehnt,
nein sie rocken auch genauso. Herrliche sleaziger 80er Hair Metal und
seit Swingblade das coolste, was ich in dieser Richtung gehört habe.
Dass die Jungs dazu auch noch nette Zeitgenossen sind, zeigte sich
dann noch beim anschließenden Besuch des Fanartikelverkaufs.
Debütalbum Reinhören!
Kurz
darauf bestieg der Fürst der Dunkelheit, von Donnergrollen und den
ersten pyrotechnischen Artikel optisch unterstützt, die Bühne. Der
Gute ist mit seinen 65 Lenzen fit wie eh und jeh, und braucht seinen
Spazierstock bis heute nur, um mit ihm vor dem Publikum
rumzufuchteln. Überhaupt war Stockverbrauch heute wieder hoch, denn
spätestens nach jedem zweiten Lied segelte das Teil ins Publikum.
Außerdem flogen die Billion Dollar-Scheine, Halsketten besetzt mit
Dirty Diamonds und allerlei anderer Krempel ins Publikum. Nach den
Adicts auf jeden Fall die Band mit dem höchsten
Spaßartikelverbrauch, die ich kenne.
Stimmungstechnisch
waren Poison, Billion Dollar Babies oder auch I´m Your Gun natürlich
wieder die Bringer, doch auf dieser Tour gab es auch ungewohnte Töne
zu hören. Passend zum Tourmotto spielten die fünf Herren und die
fingerfertige Orianthi Panagaris in Erinnerung an einige Größen
der Rockmusik vier Coversongs verstorbener Musiker. Besonders das
großartig dargebotene Foxy Lady war einfach nur geil. Ziemlich zum
Ende des Sets folgte dann noch die obligatorische, deshalb aber nicht
ermüdende, Horroshow inklusive Elektroshocks, Köpfmaschine,
Dolchmord bei der genialen Ballad Of Dwight Fry und anderen Dingen,
die Herrn Cooper und seinen Figuren offensichtlich Spaß bereiten.
Dieses theatrale Schauspiel funktioniert auch nach 40 Jahren auf der
Bühne immernoch hervorragend, und die zweitausend Anwesenden
belohnten die Darsteller großzügig mit Applaus.
Stilecht
endete das Konzert mit School´s Out, bei dem nochmal großzügig
Luftballons und anderer Tinnef in Publikum gefeuert wurden.
Kindergeburtstag für das überwiegend ältere Semester.
Hat mal
wieder Spaß gemacht. Rock on!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen