Donnerstag, 1. August 2013

Raise The Dead: Alice Cooper & Neonfly, 30.7.13, Amphittheater Hanau


Eine Woche vor der erwarteten Horrorshow bekundete Sabine ihr Interesse mitzukommen, so dass ich mich entschied, definitiv zum Konzert zu gehen. Die erste Karte war über die Kleinanzeigen schnell organisiert und auch mein Billet hielt ich glücklicherweise rechtzeitig, und zudem für den halben Preis, in der Hand. Für die Nerven wäre es sicher schlauer gewesen, nicht erst zwei Abende vor der Veranstaltung ein Ticket zu ersteigern, das binnen eines Tages den Postweg auf sich nehmen musste. Whatever, es hat geklappt.


Zur Entspannung gönnten wir uns am Eingang erstmal einen kühlen Drink, um anschließend das kulinarische Angebot des Amphittheaters zu testen. Die Auswahl erste Sahne, ausreichend Personal und auch sonst für mich eine der besten Konzertlokationen überhaupt. In Gegensatz zu so vielen Hallen- und Stadionshows, die für Musik eben nicht ausgelegt sind, ist die Akustik hier immer top.

Die letzten Lieder der Vorband Neonfly zogen wir uns noch rein, um festzustellen, dass wir da ganz offensichtlich etwas verpasst haben. Die Typen sehen nicht nur aus wie wie aus einem anderen Jahrzehnt, nein sie rocken auch genauso. Herrliche sleaziger 80er Hair Metal und seit Swingblade das coolste, was ich in dieser Richtung gehört habe. Dass die Jungs dazu auch noch nette Zeitgenossen sind, zeigte sich dann noch beim anschließenden Besuch des Fanartikelverkaufs. Debütalbum Reinhören!

Kurz darauf bestieg der Fürst der Dunkelheit, von Donnergrollen und den ersten pyrotechnischen Artikel optisch unterstützt, die Bühne. Der Gute ist mit seinen 65 Lenzen fit wie eh und jeh, und braucht seinen Spazierstock bis heute nur, um mit ihm vor dem Publikum rumzufuchteln. Überhaupt war Stockverbrauch heute wieder hoch, denn spätestens nach jedem zweiten Lied segelte das Teil ins Publikum. Außerdem flogen die Billion Dollar-Scheine, Halsketten besetzt mit Dirty Diamonds und allerlei anderer Krempel ins Publikum. Nach den Adicts auf jeden Fall die Band mit dem höchsten Spaßartikelverbrauch, die ich kenne.

Stimmungstechnisch waren Poison, Billion Dollar Babies oder auch I´m Your Gun natürlich wieder die Bringer, doch auf dieser Tour gab es auch ungewohnte Töne zu hören. Passend zum Tourmotto spielten die fünf Herren und die fingerfertige Orianthi Panagaris in Erinnerung an einige Größen der Rockmusik vier Coversongs verstorbener Musiker. Besonders das großartig dargebotene Foxy Lady war einfach nur geil. Ziemlich zum Ende des Sets folgte dann noch die obligatorische, deshalb aber nicht ermüdende, Horroshow inklusive Elektroshocks, Köpfmaschine, Dolchmord bei der genialen Ballad Of Dwight Fry und anderen Dingen, die Herrn Cooper und seinen Figuren offensichtlich Spaß bereiten. Dieses theatrale Schauspiel funktioniert auch nach 40 Jahren auf der Bühne immernoch hervorragend, und die zweitausend Anwesenden belohnten die Darsteller großzügig mit Applaus.

Stilecht endete das Konzert mit School´s Out, bei dem nochmal großzügig Luftballons und anderer Tinnef in Publikum gefeuert wurden. Kindergeburtstag für das überwiegend ältere Semester.

Hat mal wieder Spaß gemacht. Rock on!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen