Als ich die Karten kaufte, ging ich eigentlich fest davon aus, dass Klaus Lage diesmal mit Band unterwegs sein würde. War aber nicht so, und so wartete auf mich schließlich ein sehr ähnliches Programm wie jenes, das ich erst im Vorjahr gesehen hatte. Immerhin hatte ich ihn beim Rodgau Monotones-Jubiläumskonzert vor Kurzem ja noch mit musikalischer Unterstützung gesehen.
Auf der aktuellen Tournee „Zeitreisen“ erzählt Lage wiederum als Solokünstler kurze Geschichten aus seinem Leben, die durchweg sympathisch und amüsant daherkamen, und untermalt selbige mit Titeln aus dem jeweiligen Lebensabschnitt. Von Auftritten vor drei Besuchern geht der Ausflug in das musikalische Schaffen zum großen Durchbruch Mitte der Achtzigerjahre, und schließlich zu einige aktuellen Liedern. Besonders die humoristischen Titel aus der frühen Schaffensphase haben mich wieder oftmals schmunzeln lassen. Doch auch die alleine aufgrund des Fehlens der Mitmusiker in gänzlich anderer Form dargebotenen Klassiker wussten zu begeistern. Bei Schweißperlen konnte sich der Barde dann nicht mehr an die Akkordfolge erinnern, was dem Lied zwar ein jähes Ende verschaffte und die Interaktion mit dem Publikum nochmals verbesserte.
Dass Klaus Lage ein außergewöhnliches Organ hat, kann wohl niemand bestreiten. Dass er infolge seines großen Erfolgs auf dem Boden geblieben ist, zeigt nicht nur die Tatsache, dass er heute immer noch gerne durch die kleinen Musiksäle der Republik reist. Es zeigte sich erneut auch nach dem Auftritt, als er sich noch im Foyer blicken ließ und bei einem netten Plausch allerlei Utensilien signierte. Eine sympathische Person, der wieder zu jedem Besucher sehr nett ist und sich von einem Anhänger sogar zu einer Umarmung überreden ließ. Das Lachen der Umstehenden war ihm gewiss.
Ein musikalisch gelungener Abend eines immer noch kritischen Geistes und für jeden, der anno 2013 tatsächlich noch etwas Wert auf inhaltsstarke Texte legt, eine Empfehlung.
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