Richtung Südosten ging der zweite Teil unserer Reise. Da ich
keine Lust hatte, beim Buchungsvorgang meinen gesamten Lebenslauf anzugeben,
fuhren wir diesmal ohne vorherige Reservierung los, wohlweißlich, dass das
Magyár Vendégház noch ein Zimmerchen für uns bereits halten sollte. Mit dem
Omachen vor Ort konnten wir uns leider nicht wirklich austauschen, aber sie
rief ihren Sohnemann umgehend an, um den Deal perfekt zu machen. Klappte mal
wieder alles wie am Schnürchen, nur sollte es heute wie aus Eimern gießen, so
dass wir den gemütlichen Hof der Bleibe nicht wirklich nutzen konnten. Nach dem
obligatorischen Stadtrundlauf (-gang klänge eindeutig zu sehr nach
Gemütlichkeit) ging es wiederum per pedes zum Veranstaltungsort. Auch dort nur
ein überschaubarer Menschenauflauf in einem herrlichen anzusehenden Stadion mit
Laufbahn und allen altmodischen Marotten wie uneingeschränkter
Bewegungsfreiheit, die wir schon gar
nicht mehr gewöhnt sind. Negativ fiel allerdings die Einlasskontrolle auf, bei
der man zum krönenden Abschluss sogar noch nach dem vollständigen Namen seiner
Mutter gefragt wurde. Vielleicht war es auch einfach nur der Ungarische Datensammelnationalfeiertag, der die letzten zwei Tage begangen wurde.
Das Spiel endete mit einem klaren Sieger, der vom
mitgereisten Gästeblock zeitweise mehr oder minder lautstark mit den immer
gleichen zwei Gesängen unterstützt wurde. Also fantechnisch auch heute eher mau.
Mit dem Abpfiff des Spiels machte sich bei uns Tatendrang
bemerkbar, und so zog es uns nach einem kurzen Pizzastopp zunächst in eine
Billardkneipe, um dort den Queue zu schwingen und Unicum zu kosten. Auf gerade
richtiger Betriebstemperatur, ging es nun weiter in die Eckkneipe direkt neben
unserer Bleibe. Die Jukebox war schnell in Beschlag genommen und bei einer bunten Mischung
aus Rockklassikern und Neunziger Dance-Hits wurden die örtlichen
Getränkevorräte minimiert.
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