Dienstag, 19. März 2013

Was man so alles findet (I): Konzertbericht von anno dazumal

COCKNEY REJECTS
Support: STAGE BOTTLES, 5.9.mmx, Frankfurt - Nachtleben

Die legendären Cockney Rejects also in Frankfurt...hmm, was würde das wohl werden? Nach Rücksprache mit Oli waren meine Erwartungen auf jeden Fall ganz weit unten, wusste er doch nur Schlechtes zu berichten von seinem ganz persönlichen cockney rip-off beim Full Force.

Treffpunkt mit Axl war an der Batsche. Die Parkplatzsuche gestaltete sich angenehm kurzweilig. Also nichts wie raus aus meinem muscle car, Pilsatoren unter den Arm geklemmt und über die Brücke zum Veranstaltungsort. „Leicht“ irritiert ob der Abwesenheit des erwarteten Mobs überquerte ich die Brücke zum Veranstaltungsort, wo ich ein Hinweisschild mit der Verlegung ins Nachtleben vorfand. Also Kommando zurück...

Den Wagen geschwind auf der Arbeit abgestellt und los ging es mit Axl. Vor der Venue war schon ein illustres Völkchen aus Skins, Skins und einigen Skins versammelt. Die Vorfreude war allerorten groß, so auch bei uns. Da allerdings zuerst noch einige Biers mit Joachim und dem Getränkeprofi genuckelt werden mussten, verpassten wir die Stage Bottles fast komplett. Etwas ärgerlich, haben sich die Jungs doch seit den letzten zwei Alben enorm weiterentwickelt, aber gut. Immerhin haben wir mit „solidarity“ und „sometimes antisocial, alway antifascist“ noch zwei Knaller mitbekommen.

Nach einer kurzen Pause betrat nun der Hauptact die Bühne. Erfrischend jung präsentierten sich die 4 Herren aus dem londoner Osten, kein Wunder waren Mannen doch zu Beginn ihrer Karriere noch keine 20 Lenze alt. Insbesondere Sänger Jeff Turner bewegte sich wie ein junger Gott auf der Bühne und wusste durch seine Schattenbox-Einlagen den ein oder anderen komischen Akzent zu setzen. Auch das sollte dem Hitpotential allerdings keineswegs im Wege stehen. Abgeliefert wurden dann auch alle Smasher der ca. 30jährigen Bandgeschichte. Besonders „the greatest cockney rip-off“, „the firm“ oder auch „oi! oi! oi!“ wussten zu begeistern. Alles in allem waren aber alle Songs Knaller! Die späteren metallischen Lieder wurden dann auch glücklicherweise komplett ausgespart. Die Benennung ihrer ersten Alben „greatest hits 1-3“ macht Sinn, wie sich im Nachhinein eindeutig zeigt. Auch der Rest des Publikums wusste die Performance durchaus zu schätzen und ich bin überzeugt, hätte das Konzert nicht im langweiligen Nachtleben stattgefunden, wären es eine großriesige Pogo-Party geworden. Doch auch so entwickelte sich eine gute Stimmung, das Publikum wurde gekonnt in die allesamt mitgröhlkompatiblen Refrains eingebunden und es wurde eifrig getanzt. Wie lang das ganze Vergnügen ging kann ich nicht sagen, so kurzweilig wurde hier die Hitbatterie abgefeuert.

Für mich eines der besten Konzerte der letzten Jahre, auch von den anderen Besuchern waren immer wieder Worte wie „sensationell“ und „Hammer“ zu vernehmen. Lediglich die Ohrwürmer, die mich die folgenden Tage begleiten sollten, nervten etwas. Doch auch das ging nach 3 Tagen vorbei.
 
Nervt irgendwie immernoch genauso gut wie 2010: Fear Factory - Damaged

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